Pfarramtliche Verbindung mit Leben füllen

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Superintendentin Martina Espelöer gratulierte Uwe Krause und Martin Heider (r.). ▪

ALTENA ▪ „Aufstehen, aufeinander zugehen, von einander lernen miteinander umzugehen“, erklang es am Sonntag in der Evingser Kirche. Treffender hätte ein Liedvers an diesem Morgen kaum sein können. Denn ab sofort gehen die evangelischen Kirchengemeinden Dahle und Evingsen große Teile ihres Weges gemeinsam.

In erster Linie teilen sie sich ihren Pfarrer. Denn Uwe Krause, wird von nun an zur Hälfte in Evingsen arbeiten. Die beiden Gemeinden sind eine pfarramtliche Verbindung eingegangen, die mit einem festlichen Gottesdienst mit anschließendem Empfang im Evingser Gemeindehaus feierlich vollzogen wurde.

Superintendentin Martina Espelöer führte im Gottesdienst aber nicht nur Uwe Krause als neuen Pfarrer für Evingsen ein, sondern auch Pfarrer i. E. Martin Heider. Er wird den Gemeinden in der Übergangszeit für drei Jahre zur Verfügung stehen. „Das ist ein feierlicher Moment“, erklärte Espelöer während des Empfangs. Dieser sei ohne die Hilfe der Gemeinden nie möglich gewesen. Stellvertretend dankte sie Helga Mosch und Wilfried Korte, den beiden Kirchmeistern aus Evingsen und Dahle: „Ohne sie wäre dieser wichtige Schritt nicht möglich gewesen.“ Doch es sei noch ein weiter Weg bis zum Ziel. „Nun gilt es, diesen Prozess, der bisher eher formal war, lebendig werden zu lassen und mit dem Geist der Liebe Gottes zu füllen“, appellierte die Superintendentin an die 150 Gäste im Saal. Doch dieser Weg müsse sich erst finden.

Dies sehen auch Helga Mosch und Wilfried Korte so. Sie hatten den Pfarrern Blumenkörbe mitgebracht. „Hier sind Blumen, die bereits blühen, andere sind noch zarte Knospen, und einige sind lediglich Keime im Boden. Sie gilt es in richtigem Maße zu pflegen und zur vollen Blüte zu bringen.“ Genau so sei das auch in der Gemeinde: „Wir wünschen euch, dass ihr die Sorgen und Bedürfnisse der Menschen erkennt, ihren Ansprüche individuell gerecht werdet und euch tief verwurzelt in dem von Gott vorbereiteten Boden.“

Pfarrerin Merle Vokkert überbrachte Grußworte der Altenaer Gemeinde. Im Gepäck hatte sie Wein. Aber

nicht irgendeinen Wein, sondern welchen aus zwei Rebsorten: „Ich wünsche euch, dass aus euch ein guter Tropfen wird. Aber ein guter Wein braucht seine Zeit.“ Heidrun Brucke von der Ihmerter Gemeinde hatte zwei Beffchen mitgebracht,. ein reformiertes und ein lutherisches. „Das ist eine enorme Leistung, die ihr erbracht habt. Wir sollten alle für unsere Gemeinde davon lernen“, erklärte die Kirchmeisterin.

Uwe Krause blickt optimistisch in die Zukunft: „Vor ein paar Wochen wusste ich noch nicht, ob das heute eine Feier wird. Doch jetzt bin ich mir sicher.“ Er dankte der Gemeinde für den bedingungslosen Rückhalt. Sein Dank und seine Hochachtung gingen auch nach Dahle, wo er bereits seit zehn Jahren als Pfarrer tätig ist. „Seit einem halben Jahr habe ich eine andere Rolle eingenommen, denke für beide Gemeinden. Klar, dass dies für die Dahler ungewohnt ist.“ Krause versprach, sich dafür einzusetzen, beiden Dörfern gleichermaßen gerecht zu werden. Doch sei es noch ein langer Weg, die beiden Gemeinden so zusammenzuführen, dass sie von einer Pastorenstelle bedient werden könnten. Nicht vergessen dürfe man bei der Umstrukturierung den geistlichen Prozess.

Dies sieht auch Martin Heider so: „Unser Weg wird es sein, einander zu entdecken und uns zu achten. Dabei ist es jedoch unser Auftrag, das Bekenntnis der einzelnen Gemeinde zu wahren.“ ▪ lm

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