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Auto-Leidenschaft liegt bei den Wills in der Familie

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Von: Ilka Kremer

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Peter und Nina Will Altenaer mit Motorsportleidenschaft
Peter Will und seine Tochter Nina haben Benzin im Blut © Kremer, Ilka

Peter Wills größte Leidenschaft sind Autos, was sonst! Der 76-Jährige hat ein bewegtes Leben als Hobbyschrauber und Rennfahrer hinter sich. Wenn er ins Erzählen kommt, fördert er skurrile und schöne Erinnerungen zu Tage. „Mein erstes Auto war ein Käfer, den ich mir für 100 Mark gekauft hatte. Und meine Fahrprüfung durfte ich bereits nach drei Fahrstunden absolvieren.“ Das lag zum einen an seinem fahrerischen Talent, aber wohl auch daran, dass er vorher schon heimlich das Autofahren geübt hatte.

Altena/Nachrodt-Wiblingwerde – Bei Slalomrennen räumte Peter Will regelmäßig Preise ab. Mit seinem Freund Roland Hebben, der einigen noch als DJ aus der Suleika in Altena oder dem King George in Iserlohn bekannt sein dürfte, gründete er die Renngemeinschaft „Suleika“. Will fuhr Rennen auf den Strecken am Hockenheim-Ring, im holländischen Zandvoort oder im belgischen Nevilles. Sein großer Traum war aber immer der Nürburgring, den er zum ersten Mal im Jahr 1965 als Zuschauer besuchte. „Eine tolle Strecke. Da wusste ich, was ich brauche“, erzählt er. „Hier ist meine zweite Heimat“, so sein Gedanke damals. Seitdem verbrachte Peter Will viele Stunden, Wochenenden und sogar Urlaube, mal mit, mal ohne seine Familie, an der Rennstrecke in der Eifel – der längsten, permanenten Rennstrecke der Welt. Und im Oktober 1977 nahm er am 24-Stunden-Rennen teil.

1977 Teilnahme am 24-Stunden-Rennen

„Damals haben mich alle für verrückt erklärt“, erinnert er sich. Doch davon ließ sich der Mann, der schon immer die Geschwindigkeit liebte, nicht beirren. Mit der Fahrerlizenz in der Tasche, drehte er zusammen mit seinem Freund Roland Hebben im Ford Escort RS 2000 seine Runden auf der rund 26 Kilometer langen Rennstrecke. „Es war großartig“, beschreibt Will, der vor einiger Zeit das Autofahren aufgeben musste, da seine Sehleistung nicht mehr ausreicht, dieses Erlebnis.

Festgehalten sind diese und viele andere Erinnerungen auf zahlreichen, oft schon leicht verblichenen Fotos an der Wand im Flur seiner Wohnung. Eins davon entstand 1977 beim 24-Stunden-Rennen im Karussell, der legendären Steilkurve bei Kilometer 13 der Nordschleife des Nürburgrings, die auch als „grüne Hölle“ bezeichnet wird.

Nina Will tritt in die Fußstapfen ihres Vaters

Noch im Bauch von Mutter Sabine war Töchterchen Nina bereits damals dabei und lernte die Geräusche der Rennwagen, den Benzingeruch und die Begeisterung der Fans auf dem Nürburgring kennen. Und als sie im Mai 1978 auf die Welt kam, gaben ihre Eltern ihr den Vornamen Nina, nach der Ehefrau des Formel-1-Weltmeisters und mehrfachem Grand-Prix-Siegers Jochen Rindt – wahrscheinlich ist Nina Will deshalb genauso verrückt nach Autos wie ihr Vater.

„Ich wollte Kfz-Mechanikerin werden, doch meine Eltern haben das nicht erlaubt“, erzählt sie, kann mittlerweile aber darüber durchaus schmunzeln. Denn in die Branche hat sie es trotzdem geschafft: Seit 26 Jahren arbeitet die Einzelhandelskauffrau im Autohaus, heute als Teiledienstleiterin bei Tiemeyer in Werdohl. „Meine Arbeit ist meine Leidenschaft“, sagt die gebürtige Altenaerin, „ich freue mich immer, wenn ein kaputtes Auto reinkommt, ich die Ersatzteile bestelle, die Jungs sie einbauen und der Wagen dann wieder fährt.“ Und dass sie ihren Job gut macht, bescheinigen ihr zahlreiche Auszeichnungen der Volkswagen-Original-Teile-Logistik Top 100.

Jetzt gibt es auch ein Foto vom Up GTI auf der Piste

Mit ihrem kleinen VW Up GTI hat sich Nina Will jetzt selbst auf den Weg zum Nürburgring gemacht. Zusammen mit Michel – bester Kumpel aus der Kindheit und Sohn des besten Freundes ihres Vaters – fuhr sie zu der legendären Rennstrecke. „Im Karussell sagte ich noch zu Michel: ,Schade, dass jetzt niemand ein Foto von uns macht.’“, erzählt die 44-Jährige. Niemand? Weit gefehlt, die beiden wurden just in dem Moment von einer Racetracker-Fotografin mit der Digitalkamera festgehalten. „Ich habe das Foto zuhause im Internet entdeckt und mich wahnsinnig gefreut“, sagt Nina Will. Ebenso groß war die Freude bei Vater Peter über diese fotografische Punktlandung, die natürlich sofort einen Platz auf der Erinnerungswand in seinem Flur gefunden hat.

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