Peter Steudtner aus Türkei-Haft entlassen

Ursula Rinke spricht über Freundschaft mit Peter Steudtner

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Ursula Rinke 2012 in einer der Ausstellungen, die durch die Arbeit von Peter Steudtner zustande gekommen war.

Altena - Peter Steudtner ist aus der türkischen Untersuchungshaft entlassen worden. Ursula Rinke freut das ganz besonders, denn sie kennt Peter Steudtner bereits seit vielen Jahren persönlich. 

„Ich bin richtig glücklich, dass der Peter da raus ist“, sagt Ursula Rinke ganz spontan. 

„Der Peter“, das ist Peter Steudtner, der bis Donnerstag in der Türkei in Untersuchungshaft gesessen hatte. Die türkische Justiz warf ihm „Unterstützung von bewaffneten Terrororganisationen“ vor. Verhaftet wurde er während eines Workshops für die Mitglieder des türkischen Ablegers von Amnesty International. Das Thema war „Digitale Sicherheit und Informationsmanagement“. 

Steudtner gibt außerdem Seminare für gewaltfreie Konfliktbearbeitung, ist Fotograf und Dokumentarfilmer. Er engagierte sich außerdem im „Koordinierungskreis Mosambik“ mit Sitz in Bielefeld, einer Dachorganisation für Gruppen und Vereine, die das afrikanische Land unterstützen. Und hier schließt sich der Kreis zu Ursula Rinke. 

Ursula Rinke und Peter Steudtner arbeiteten für dieselbe Organisation

Die Altenaerin hat sich in diesem Gremium 37 Jahre lang – teils im Vorstand – engagiert, war auch Mitbegründerin des örtlichen Arbeitskreises Ancuabe für Mosambik, der sich 2015 aufgelöst hat. An die Zusammenarbeit mit dem Berliner Menschrechtler erinnert sich die Altenaerin gerne. 

„Ich kenne Peter seit bestimmt 20 Jahren.“ Rinke beschreibt den Berliner als sehr ruhigen und ausgeglichenen Menschen. „Wenn andere aufbrausend wurden, suchte er immer den Ausgleich und beleuchtete alle Seiten.“ Die Vorwürfe, die durch die türkische Justiz gegen ihn erhoben wurden, bezeichnet Rinke als völlig absurd.“ 

Peter Steudtner Unterstützung von Terrorismus vorzuwerfen, ist "Wahnsinn"

Steudtners Hauptanliegen sei die gewaltfreie Lösung von Konflikten gewesen. „Einem solchen Menschen die Unterstützung von Terrorismus vorzuwerfen, das ist doch Wahnsinn.“ Als Filmemacher und Fotojournalist beschäftigte sich Steudtner auch mit Themen wie Ökologie und nachhaltigem Wirtschaften, er konzipierte auch Ausstellungen zu solchen Themen, deren Material bei Reisen in viele Länder zusammengekommen war. 

Auch hier zeigte sich der gute Kontakt zwischen der Altenaerin und dem Berliner: Ursula Rinke erinnert sich, dass mindestens zwei dieser Präsentationen auch in der Burgstadt gezeigt wurden. Unter dem Titel „Ressourcenarmut – Ressourcenreichtum“ ging es zum Beispiel im Jahr 2012 darum, wie Schülerinnen und Schüler aus Deutschland und Mosambik den Umgang mit Ressourcen in ihren jeweiligen Ländern beurteilen. Zusammen mit einem Fotografen aus Mosambik hatte Peter Steudtner die Schüler bei den Arbeiten zum Thema angeleitet.

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