Für Gott und Gemeinde: Peter Schlippe zum Diakon geweiht

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Peter Schlippe wurde in St. Matthäus in Altena zum Diakon geweiht.

Peter Schlippe (28) hat sich für einen besonderen Lebensweg entschieden - für einen mit Gott und der Gemeinde. Nun ist er zum Diakon geweiht worden.

Altena – Es ist ein besonderer Moment: Peter Schlippe liegt auf dem Boden vor dem Altar in der katholischen Pfarrkirche St. Matthäus. Der Altenaer gibt sich symbolisch in die Hände Gottes. Regungslos und ins Gebet vertieft liegt er für mehrere Minuten dort. 

Entschlossen und getragen vom Glauben ließ sich der junge Mann (28) nun zum Diakon weihen. 

Vom Grundschullehrer zum Theologen

Auf einer Pilgerreise wurde Peter Schlippe klar, dass sein Weg von Gott geleitet ist. Dass er ihm und der Kirche dienen möchte. Bis dahin wollte er Grundschullehrer werden. Doch er änderte seinen Wunsch und geht seither im Glauben auf. 

Die Weihhandlung nahm Weihbischof Wilhelm Zimmermann vor. „In Corona-Zeiten haben wir sie bejubelt, die Heiligen des Alltags. Inzwischen sind die Krankenschwestern, Pfleger und all die, die das Leben aufrechterhalten, aus der breiten Öffentlichkeit wieder verschwunden“, sagte Wilhelm Zimmermann in seiner Predigt. 

Keine leichte Zeit für Priester und Kirchenpersonal

Doch ihre Arbeit geht weiter. Täglich gingen diese Männer und Frauen los, um der Menschheit zu dienen. Ihre Arbeit hat nicht an Bedeutung verloren. 

„Genauso ist es bei Ihnen. Wenn wir Sie heute weihen, ist das ein besonderer Moment. Doch irgendwann wird Ihr Dienen selbstverständlich – aber nicht weniger wichtig“, appellierte Zimmermann an Peter Schlippe. 

Es sei keine leichte Zeit, in der er sich für diesen Weg entschieden habe. „Die Kirche hat in den vergangenen Jahren durch eigene Versäumnisse an Glaubhaftigkeit verloren“, sagte Zimmermann. 

Glaubwürdigkeit der Kirche wiederherstellen

Dazu zählen auch die Missbrauchsskandale in der katholischen Kirche. Auch den Märkischen Kreis gibt es mehrere Fälle von sexuellem Missbrauch

Zudem sei es eine Zeit, die geprägt sei von der geistigen Auseinandersetzung mit anderen Religionen. „Ihr Dienst kann die Glaubwürdigkeit der Kirche wieder herstellen. Zudem haben die Proteste von Berlin gezeigt, dass sich Demokratie nicht selbst trägt. Hier sind wir gefordert, mit unseren christlichen Werten für die Demokratie einzustehen“, sagte der Weihbischof. 

Transparenz, Teamgeist und Glauben zählen

Nähe und Geduld seien Kennzeichen, die ein guter Diakon in diesen Zeiten mitbringen müsse. Das bedeute auch, dass man sich auf andere Menschen einlassen müsse und den Dialog suche. „Es ist eine spannende Zeit. Transparenz, Teamgeist und der Glauben ans Evangelium sind wichtiger denn je. Es gilt, das geistliche Leben und praktische Handeln zu verbinden“, erklärte Zimmermann. 

Die Pfarrei St. Matthäus hat ein Konzept zum Gegensteuern entworfen. Das bringt viele Veränderungen mit sich.

Peter Schlippe will 2021 zum Priester gewieht werden

Peter Schlippe ist sich der Herausforderungen seines neuen Wirkens als Diakon bewusst. Feierlich versprach er, zum Wohl des christlichen Volkes zu wirken, das Evangelium in Wort und Tat zu verkünden und zum Zeichen der Hingabe an Christus in der Lebensform der Ehelosigkeit Gott und den Menschen zu dienen. 

Des Weiteren versprach er, als Mann des Gebets zu leben, den Armen und Kranken beizustehen und Heimatlosen sowie Notleidenden zu helfen. 

Im kommenden Jahr möchte Peter Schlippe den nächsten Schritt gehen und sich zum Priester weihen lassen. Dann, so hofft die Gemeinde, ohne Corona-Schutzmaßnahmen.

Diakonweihe: Ein besonderer Tag für Peter Schlippe

Coronavirus: Kurze Gratulationen statt großem Empfang

Aufgrund der Hygieneregeln durften nur wenige geladene Gäste die Zeremonie in der St.-Matthäus-Kirche verfolgen. Für alle anderen wurde die Diakonweihe live im Internet übertragen. 

„Gerne hätten wir Sie alle noch zu einem Empfang eingeladen. Haben Sie bitte Verständnis, dass es nur die Gelegenheit für kurze Glückwünsche im Freien gibt“, sagte Pfarrer Ulrich Schmalenbach. 

Diese Gelegenheit nutzen viele, um Peter Schlippe alles Gute auf seinem Weg zu wünschen.

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