Zwischen zwei Frauen

Peter Prange.

Altena -   Peter Prange schlägt alle, jedenfalls bei Katerlöh: Kein Autor verkauft sich in Altenas Buchhandel so gut wie er. Obwohl der 59-Jährige seit vielen Jahren mit seiner Familie in Tübingen lebt, ist er für viele Altenaer noch immer „einer von uns“.

Prange erblickte in der Burgstadt das Licht der Welt, wuchs hier als Sohn von Einzelhändlern („Betten Prange“) auf und machte am Burggymnasium sein Abitur.

Dem schloss sich ein Studium der Romanistik, Germanistik und Philosophie an. Prange promovierte mit einer Arbeit zur Sittengeschichte der Aufklärung. Es folgten Tätigkeiten in Wirtschaft und Wissenschaft, bis er sich um die Jahrtausendwende dazu entschloss, von der Schriftstellerei zu leben.

Das klappt offensichtlich gut: Seine Bücher wurden in 19 Sprachen übersetzt und bisher 2,5 Millionen Mal verkauft. „Das Bernstein-Amulett“ wurde verfilmt, inzwischen sind auch die Filmrechte für andere seiner Bücher verkauft.

Das könnte mit „Ich, Maximilian, Kaiser der Welt“ auch passieren. Man ist geneigt, von einem epochalen Werk zu sprechen. Obwohl der Roman mit dem Tod des 1459 geborenen Regenten endet, schildert es im Detail doch nur den ersten Teil seines Lebens – den bis zur Krönung zum deutschen Kaiser im Jahr 1508.

Wie fast immer fußt Pranges Werk auf historisch belegbaren Fakten, die er auf seine Art erzählt und mit einer Liebesgeschichte anreichert – oder sogar zwei, um genau zu sein. Da gibt es zum einen Rosina von Kraig, die Liebe seiner Jugend: Heiraten kann der gebürtige Österreicher sie nicht, weil sie „niederen Adels“ ist. Weil im 15. Jahrhundert auch durch geschickte Hochzeiten Politik gemacht und Territorien erweitert wurden, muss Maximilian auf Geheiß seines Vaters Maria von Burgund ehelichen. Auch dieser Frau war er in tiefer Liebe verbunden – erst lange nach ihrem Tod im Jahr 1482 nahm Maximilian die Verbindung zu Rosina von Kraig wieder auf. Bis an sein Lebensende blieb sie ganz offiziell seine Mätresse,

Weite Teile des Buchs in spielen in Gent. Damit kann Prange ein weiteres Themenfeld in seine Geschichte einbinden – die Spannungen zwischen Adel und Bürgertum. Gent war zu jener Zeit die nach Paris bedeutendste Stadt des Kontinents, mit reichen und mächtigen Kaufleuten und Handwerkern. Die waren nicht immer einverstanden, wenn Maximilian wieder einmal in einen Krieg ziehen und deshalb die Steuern erhöhen wollte. Immer wieder kam es zu Spannungen, teilweise auch zu Revolten – und aus denen ging nicht immer der Herrscher als Sieger hervor.

Auf fast 700 Seiten erzählt Prange all’ diese Geschichten – und doch hat man nie das Gefühl von Überlänge, jede einzelne Seite ist spannend, weil die Geschichte jener Zeit eben spannend ist. Lobenswert sind zwei Hilfen, die Prange seinen Lesern an die Hand gibt: Zum einen erleichtert ein Stammbaum auf der erste Seite die Zuordnung der einzelnen Personen. Zum anderen findet sich am Ende des Werkes eine mehrseitige Zusammenfassung über die historisch wirklich belegbaren Fakten aus dem Leben Maximilians. Das hilft, Wahrheit und Fiktion voneinander zu trennen – und führt zu der Erkenntnis, dass der Autor auch diesmal sehr eng an der „echten“ Geschichte blieb. - Von Thomas Bender

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