Personeller Engpass im Freibad

ALTENA ▪ „Irgendwann ist immer das erste Mal“, seufzt Uwe Krischer – er hat Stress mit dem Personal im Freibad. Ein Schwimmmeister ist im Urlaub, ein anderer krank, auch eine sonst verfügbare Aushilfe kann nicht einspringen. Bleibt ein einziger Schwimmmeister übrig, der alleine die üblichen Öffnungszeiten nicht stemmen kann – länger als zehn Stunden am Tag darf in Deutschland niemand arbeiten, die Wochenarbeitszeit ist auf 48 Stunden begrenzt.

Folge: Zum ersten Mal seit langer Zeit muss der Bäderbetrieb die Benutzungszeiten erheblich einschränken – und das ausgerechnet an einem langen und wahrscheinlich auch noch sehr sonnigen Wochenende. An Fronleichnam schließt das Bad bereits um 13 Uhr, am Freitag ist um 14.30 Uhr Schluss. Am Samstag ist von 9 Uhr bis 19 Uhr geöffnet und am Sonntag von 7.30 bis 13 Uhr.

„Schwimmmeister sind Mangelware“ – diese Erkenntnis hat Krischer bei der Suche nach einer Lösung erfahren müssen. Zunächst hat er in den Nachbarstädten angefragt und dort erfahren, dass zum Beispiel Lüdenscheid händeringend einen Schwimmmeister zur unbefristeten Festeinstellung sucht. Auch Leiharbeitsfirmen konnten nicht weiterhelfe, beim Arbeitsamt sind auch keine arbeitslosen Schwimmmeister registriert. Und ohne geht es auch nicht: Es gebe klare Vorschriften, nach denen öffentlicher Badebetrieb nur dann stattfinden dürfe, wenn Fachpersonal vor Ort sei, erklärte Krischer gestern. Rettungssschwimmer der DLRG und der Schwimmvereine, auf die der Bäderbetrieb in Stoßzeiten zurückgreife, könnten immer nur ergänzend tätig sein.

Krischer hofft, dass der Personalengpass in der kommenden Woche beendet sein wird und so schnell keine Wiederholung droht. Im Juli und im August, wenn im Bad erfahrungsgemäß besonders viel Betrieb herrscht, ist jedenfalls grundsätzlich Urlaubssperre. ▪ ben.-

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