Personalwechsel bei der evangelischen Kirche

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Friedhelm Wolff geht nach 39 Jahren in den Ruhestand.

ALTENA - Für Pfarrer Dr. Dietmar Kehlbreier „endet in diesem Sommer eine Ära“. So kündigt der Pastor der evangelischen Kirchengemeinde Altena seinen Gemeindegliedern zwei gravierende Personaleinschnitte im Gemeindebrief „Der Turmhahn“ an.

Nach 26 Jahren im Gemeindebüro geht Sylke Tornau in den Ruhestand. Friedhelm Wolff, für alle Belange der Friedhofsverwaltung zuständig, geht nach 39 Jahren im Dienst der Kirche in Pension.

Sylke Tornau sei in fast drei Jahrzehnten „erstes Gesicht oder erste Stimme für nah- oder fernstehende Gemeindeglieder“ gewesen, resümiert Kehlbreier. „Sie kannte Menschen und ihre Empfindlichkeiten, nahm Stimmungen auf.“ In einem Artikel würdigt der Pfarrer die Arbeit der Frau, die gewaltige Umbrüche in ihrer täglichen Arbeit erlebt habe. So sei 1986, zum Dienstantritt, noch jede Überweisung manuell vor Ort gebucht worden, der erste Computer erst zehn Jahre später ins Gemeindebüro eingezogen.

Ähnlich war es für Friedhelm Wolff. Der sei als „gelernter kommunaler Sachbearbeiter“ zur Kirche gekommen und habe 1973 „ein großes Durcheinander an Karteikarten vorgefunden“, als er die bis dato länger vakante Stelle eines Friedhofverwalters übernommen habe.

Wolff sagt heute, dass ihn immer der direkte Kontakt zu den Menschen fasziniert habe. Er sei Männern und Frauen häufig in emotionalen Ausnahmesituationen begegnet und habe sich bemüht, „immer beratend zur Seite zu stehen.“ Das sei schon Tag für Tag eine Herausfforderung gewesen.

Größter Umbruch in seinem Geschäftsbereich: Gab es vor etwa 30 Jahren nur etwa zehn Prozent Urnenbestattungen, liegen die heute bei rund 50 Prozent.

Kirchmeister Peter Krey kündigte auf Anfrage an, dass mit diesen Pensionierungen die Verwaltung verkleinert werde. Das forderte das Haushaltssicherungskonzept auf Grund der gesunkenen Gemeindeglieder- und Pfarrstellenzahl. Kirchenkasse und Friedhofshaushalt arbeiteten seit Jahren defizitär. So ist geplant, die bisherige Stelle von Friedhelm Wolff zu halbieren, im Gemeindebüro erfolgen ebenfalls Stundenkürzungen. Ausschreibungen laufen, neues Personal ist noch nicht eingestellt.

Das Büro bleibt weiterhin jeden Tag geöffnet. Geplant ist zudem eine intensivere Zusammenarbeit mit anderen Gemeinden innerhalb der Stadt.

von Johannes Bonnekoh

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