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Personalsituation „so nicht mehr haltbar“? Viele Stellen im Rathaus unbesetzt

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Von: Thomas Bender

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Im Altenaer Rathaus sind derzeit viele Stellen unbesetzt. Die schwierige Lage auf dem Arbeitsmarkt bekommt auch die heimische Stadtverwaltung zu spüren.
Im Altenaer Rathaus sind derzeit viele Stellen unbesetzt. Die schwierige Lage auf dem Arbeitsmarkt bekommt auch die heimische Stadtverwaltung zu spüren. © Archiv

Ist die Personalsituation im Altenear Rathaus „so nicht mehr haltbar“? Das hätten zumindest Informationen aus dem Rechnungsprüfungsausschuss ergeben, sagt die grüne Fraktionsvorsitzende Judith Köster. Das sagt der Bürgermeister.

Altena – Informationen im (nicht öffentlich tagenden) Rechnungsprüfungsausschuss hätten ergeben, dass die Personalsituation im Rathaus „so nicht mehr haltbar“ sei. Das sagte die grüne Fraktionsvorsitzende Judith Köster in der jüngsten Sitzung des Rates, in der Bürgermeister Uwe Kober (CDU) einem Antrag der Grünen folgte und einen Überblick über die unbesetzten Stellen in der Altenaer Stadtverwaltung gab. Davon gibt es eine ganze Menge:

Klimaschutzmanager

Diese Stelle ist seit Anfang des Jahres unbesetzt. Unter Umständen ist eine zeitlich befristete Unterstützung durch den Märkischen Kreis denkbar.

Stadtarchivar

Die bisherige Stelleninhaberin ist in Rente gegangen. Er sehe kaum eine Chance, für diese Halbtagsstelle geeignete Bewerber zu finden, sagte Bürgermeister Uwe Kober, der jetzt eine Zusammenarbeit mit Nachbarkommunen anstrebt.

Bauaufsicht

Hier wird ein Architekt benötigt, es gibt entsprechende Bewerbungen und Bewerbungsgespräche sind terminiert.

Techniker bei der Bauaufsicht

Diese Stelle soll durch eine entsprechende Fortbildung eines bereits vorhandenen Mitarbeiters besetzt werden.

Sachbearbeitung im Bauamt

Hierbei handelt es sich um eine Halbtagsstelle, die befristet besetzt werden soll, weil die Stelleninhaberin in Elternzeit ist. „Relativ chancenlos“ sei es, unter diesen Bedingungen jemanden einstellen zu können, sagte der Bürgermeister.

Brandmeister und Rettungssanitäter

Werden laufend gesucht, die Stadt bildet deshalb in diesen Bereichen auch aus.

ASD

Im Allgemeinen Sozialen Dienst (ASD) wurde eine neue Stelle geschaffen, nach dem plötzlichen Tod eines Mitarbeiters ist eine weitere freigeworden. Es gibt Bewerbungen.

Streetworker

Bei der Beratung des Stellenplans wurde eine halbe Stelle für die aufsuchende Jugendarbeit geschaffen. Ausgeschrieben wurde sie bisher noch nicht.

Elektromeister für das Gebäudemanagement

Auch diese Stelle wurde neu geschaffen, der neue Mitarbeiter soll insbesondere die vorgeschriebenen, regelmäßigen Inspektionen der elektrischen Anlagen in den städtischen Immobilien übernehmen, die bisher von Fremdfirmen erledigt werden. Hier arbeitet die Verwaltung noch an der Stellenbeschreibung.

Fördermanagement

Auch das ist eine neue Stelle. Sie soll in Kürze ausgeschrieben werden.

Sachbearbeiter für das Personalwesen

Dazu sind Vorstellungsgespräche bereits terminiert.

Betriebsleitung Burgaufzug

Der bisherige Stelleninhaber hat gekündigt, die Stelle wird neu ausgeschrieben.

Beruhigend klang das alles nicht – rechne man Urlaube und Krankheitstage dazu, dann fehle im Rathaus ständig etwa ein Fünftel des Personals, sagte Ulrich Biroth von der Sozialen und demokratischen Alternative (SDA).

„Ein guter Arbeitgeber muss eine klare Marschrichtung zeigen. Die lässt sich aber für uns nicht erkennen“, hatte Köster bei der Begründung ihres Antrags moniert. Das wollten Kober und die fürs Personal zuständige Abteilungsleiterin Tanja Jäker so nicht stehen lassen. Sie zählten eine Reihe von Punkten auf, die in ihren Augen für eine gute Mitarbeiterführung sprechen. Dazu gehörten Weiterbildungsangebote, „Führung auf Probe“ und die Möglichkeit, teilweise im Homeoffice zu arbeiten. Es gibt die Möglichkeit des E-Bike-Leasings und eine Willkommensmappe, die von den Auszubildenden der Verwaltung gestaltet wurde und die jeder neue Mitarbeiter erhält. „Kündigt ein Mitarbeiter, so versuchen wir in einem persönlichen Gespräch herauszufinden, was wir tun können, um ihn doch noch zu halten“, schilderte Kober.

Die Arbeit an einem Leitbild sei „aus verschiedenen Gründen“ ins Stocken geraten, werde jetzt aber wieder aufgenommen – die Verwaltung werde dabei von der Unternehmensberatung Kienbaum unterstützt.

Uwe Kober schilderte den Politikern auch, was getan wird, um neue Mitarbeiter zu gewinnen: Die Stadt Altena pflege Kontakte zu Hochschulen und stelle regelmäßig Praktikumsplätze für Absolventen von Verwaltungslehrgängen zur Verfügung. Außerdem bilde sie selbst auch aus, was womöglich verstärkt werden könne, wenn entsprechende Strukturen geschaffen worden seien.

Einerseits seien gerade Stellen „mit besonderer Fachlichkeit“ wie zum Beispiel Techniker besonders schwer zu besetzen, erklärte Bürgermeister Kober. Andererseits spiele womöglich die aktuelle Lage der Stadt Altena in die Karten: „Ein Vorteil ist jetzt die Sicherheit, die die kommunalen Arbeitgeber bieten.“

„Ich glaube, die Verwaltung ist auf einem guten Weg“, kommentierte der CDU-Fraktionsvorsitzende Helmar Roder, sein Mitstreiter Guido Thal erinnerte daran, dass der Rat die angespannte Personalsituation durch die Streichung von immer mehr Stellen mitverursacht hat.

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