Pegelschwankungen auch für den Ruhrverband unerklärlich

Kaum Wasser drin: Was ist denn mit der Lenne los?

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So weit haben die Trittsteine zwischen den Lenneterrassen noch nie aus dem Wasser geragt. Selbst der Ruhrverband kann sich das gestrige Niedrigstwasser nicht erklären.

Altena - Pegel Altena 16 Zentimeter – an so wenig Wasser in der Lenne können sich allenfalls noch ältere Altenaer erinnern. Seit dem Bau der Biggetalsperre sind Niedrigstwasser, wie man es am Dienstagmorgen beobachten konnte, absolute Ausnahmen.

Eine wesentliche Aufgabe der Biggetalsperre ist es, die Trinkwasserversorgung des Ruhrgebiets zu sichern. Deswegen wird stets so viel Wasser abgegeben, dass die Tiefbrunnen im Ruhrtal genügend Wasser führen. Das Problem der letzten Tage: Das Wasser kommt in Altena nicht an, jedenfalls nicht immer.

Dafür ist zu anderen Zeitpunkten mehr Wasser als üblich im Fluss. Dem Niedrigwasser von gestern Morgen stand am Montagnachmittag eine für Sommermonate vergleichsweise satte Wasserführung gegenüber. 41 Zentimeter wurden am Pegelhäuschen an der Pott-Jost-Brücke gemessen. Das entsprach einer Wasserführung von etwa 25 Kubikmetern pro Sekunde. Gestern Morgen waren es unter vier Kubikmeter.

Erst viel mehr Wasser als sonst, dann plötzlich ganz, ganz wenig: Die Wasserführung schwankt extrem. 

„Wir haben das natürlich auch beobachtet“, sagt Georg zur Strassen, der beim Ruhrverband für die Mengenwirtschaft zuständig ist und damit auch dafür, wie viel Wasser die Bigge abgibt. Große Überraschung: „Wir können uns diese schwankende Wasserführung der Lenne auch nicht erklären“, erklärt der Ruhrverbands-Experte und fügt an, dass er alles andere als glücklich ist über dieses Phänomen. Es liege auf jeden Fall nicht an der Wasserabgabe der Bigge. Die sei konstant.

Kurios sei, dass am bei Plettenberg gelegenen Pegel Rönkhausen eine stärkere Wasserführung gemessen wurde als in Altena. Es gebe eigentlich nur eine Erklärung für die extremen Schwankungen, sagte zur Straßen im Gespräch mit dem AK: Unregelmäßigkeiten an einer der Staustufen im Verlauf der Lenne.

Wenn irgendwo die Schleusen geschlossen werden, dann könne es unter Umständen etwas dauern, bis der Rückstau vor dem Wehr vollläuft. In dieser Zeit kommt unten logisscherweise weniger Wasser an. Zur Straßen spricht in diesem Zusammenhang von einem „Unterwasserproblem“, das vor allem die Betreiber der Wasserkraftanlagen betreffe, weil deren Leistung bei so wenig Wasser natürlich spürbar nach.

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