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Altenaer Pazifist Heinz Mührmann gestorben

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Von: Volker Heyn

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Heinz Mührmann war zeitlebens ein zuversichtlicher Mann. Der Menschenfreund starb am 29. April im Alter von 89 Jahren.
Heinz Mührmann war zeitlebens ein zuversichtlicher Mann. Der Menschenfreund starb am 29. April im Alter von 89 Jahren. © Ina Hornemann

Dass er ausgerechnet in seinen letzten Lebensmonaten den russischen Angriffskrieg in der Ukraine tatenlos mitansehen musste, dürfte den Pazifisten Heinz Mührmann zutiefst bewegt und erschüttert haben. Heinz Mührmann – Christ, Ehemann, Vater, Pazifist, Gewerkschafter, Clown, Kämpfer, Musiker und Sportler – ist am 29. April im Alter von 89 Jahren gestorben.

Altena - „Unterwegs für den Frieden“ stand auf seiner Visitenkarte. Das war so unmissverständlich und kompromisslos von ihm gelebt und genau so gemeint, dass er manch einem fast schon naiv vorkam.

Lachen und Fröhlichkeit, das waren auch Seiten von Heinz Mührmann. Immer zuversichtlich und nie den Mut verlierend, sich unerschrocken einsetzend für die Gerechtigkeit und das Gute, für den anderen Menschen und die Menschlichkeit an sich. Immer freundlich, immer zugewandt, ein Mann voll mit Liebe. Der heute selten gewordene Typ eines wahren Idealisten.

Heinz Mührmann wollte schon früh in seinem Leben etwas bewegen. 1961 hatte er den umstrittenen Pastor Martin Niemöller zum CVJM nach Nachrodt eingeladen. In diesen Jahren veranstaltete er Sportwettkämpfe mit Musik auf dem Nachrodter Sportplatz Holensiepen für eine Verständigung zwischen BRD und DDR. 1973 reiste er zum Weltkongress der Friedenskräfte nach Moskau, um dort über die Abrüstung zu sprechen.

Nachdem er aus dem Berufsleben ausgeschieden war – er war Drahtprüfer und viele Jahre Betriebsratsvorsitzender bei damals ThyssenKrupp in der Nette – , schlüpfte er einige Jahre in ein Clownskostüm. Mit einfachen Späßen, Spritzblume und Luftballon-Tier brachte er Kinder zum Lachen, als Clown Pico trat er bei Veranstaltungen in der Umgebung auf.

2015 wurde er von der Bürgerinitiative für Frieden und Abrüstung im Märkischen Kreis, vom Friedenszeichen Hagen, vom Friedensplenum Iserlohn und der Friedensgruppe Lüdenscheid mit dem „Fritz und Ingeborg Küster Preis“ ausgezeichnet.

Als Gewerkschafter und Menschenfreund war er mit halb Altena per Du. Oft fand Heinz Mührmann poetische Worte, blies streitbare Arbeiterlieder auf der Mundharmonika, schrieb nervende Protestbriefe an Weltpolitiker und verlor nie die Kraft, sich für den Frieden einzusetzen. Bis zu seinem 85. Lebensjahr, mehr als 70 Jahre lang, spielte Mührmann Tischtennis beim TTC. Erstaunlich, was für eine enorme Energie in dem körperlich kleinen Mann steckte.

Die letzten Jahre trotzte er tapfer der Krankheit das Leben ab. Nicht nur seine geliebte Anne ist traurig, dass Heinz nicht mehr lebt.

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