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Pavarotti und der Terminator auf Burg Altena

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Von: Ilka Kremer

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Luciano Pavarotti ist derzeit ebenso in Altena zu Gast, wie Arnold Schwarzenegger oder König Charles.
Luciano Pavarotti ist derzeit ebenso in Altena zu Gast, wie Arnold Schwarzenegger oder König Charles. © Kremer, Ilka

Wer kennt sie nicht, die aufwendig gestalteten Marionetten der Augsburger Puppenkiste. Für viele war es in Kindheitstagen eine große Freude, wenn „Kater Mikesch“, „Urmel aus dem Eis“ oder „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ über den Fernsehbildschirm flimmerten.

Wer diese Helden der Kindheit einmal aus nächster Nähe betrachten will, der hat noch bis zum 6. November dazu Gelegenheit. Denn so lange bleibt die Sonderausstellung „Vorhang auf! Marionetten“ in den Museen Burg Altena und Deutsches Drahtmuseum noch geöffnet und wartet mit weiteren sehenswerten Gliederpuppen, die an Fäden geführt werden, auf.

Walter Oehmichen eröffnete im Februar 1948 die Augsburger Puppenkiste mit dem Märchen „Der gestiefelte Kater“. In den darauffolgenden Jahrzehnten wurden viele weitere Charaktere zum Leben erweckt. Sie verleihen heute noch der Puppenkiste ihre Einzigartigkeit. Oehmichen inszenierte zusammen mit Manfred Jenning und einem ständig wachsenden Ensemble Märchen, interpretierte Opern und schrieb eigene Stücke. Viele der geliebten hölzernen Darsteller sind derzeit auf Burg Altena zu sehen, ausgestellt in ihrer jeweiligen Kulisse in original Augsburger Puppenkisten. Auch Figuren aus dem Kabarett geben sich die Ehre: Arnold Schwarzenegger als Terminator, Superman und Luciano Pavarotti. Aber auch König Charles III., Frank-Walter Steinmeier und Franz Josef Strauß präsentieren sich würdevoll, von den Fäden der Spielkreuze gehalten. Zudem ist eine kleine Werkstatt aufgebaut, die einen Eindruck vermittelt, wie mit viel Liebe zum Detail eine Marionette aus dem Hause Augsburger Puppenkiste entsteht.

Der Blick geht auch in andere Länder

Doch die Augsburger Puppenkiste ist nur ein Teil der Geschichte des deutschen Marionettentheaters, der die Museen des Märkischen Kreises eine Bühne bieten. Am Fuße des Burgberges, im Drahtmuseum, beschäftigt sich die Ausstellung mit der Definition von Marionetten. Der Blick geht dabei beispielsweise auch nach Tschechien, Italien, China und sogar Indien. Gezeigt werden außerdem Beispiele für Marionettentheater aus mehreren Regionen Deutschlands. Bekannte Puppenbildner wie Till de Kock, Harro Siegel und Jürgen Maaßen werden repräsentiert.

Fußball gespielt wird in der Marionetten-Sonderausstellung in den Museen der Burg Altena. Denn auch ein an Fäden hängendes Team ist dort zu sehen.
Fußball gespielt wird in der Marionetten-Sonderausstellung in den Museen der Burg Altena. Denn auch ein an Fäden hängendes Team ist dort zu sehen. © Kremer, Ilka

Die Sonderausstellung veranschaulicht ebenso, dass Marionetten jenseits der Unterhaltung auftreten können, zum Beispiel auf einer Polizeipuppenbühne. Eine inszenierte Bühne eines sächsischen Wandermarionettentheaters mit gemaltem Vorhang, Kulissen und natürlich Marionetten sowie historischen Fotos, Theaterzettel, Plakate und Textbücher von früher ergänzen die Thematik. Alle Exponate stammen von privaten Leihgebern, Marionettenbühnen und Museen.

Marionette selbst zum Leben erwecken

Besucher, die selbst einmal eine Marionette zum Leben erwecken möchten, können das Führen einer hölzernen Puppe vor einem Spiegel proben und dabei ihr Geschick unter Beweis stellen. Zur Ausstellung hat Kunsthistorikerin Dr. Agnes Zelck von den Museen des Märkischen Kreises einen reich bebilderten Katalog mit 187 Seiten erstellt, der zum Preis von zehn Euro im Museumsshop erhältlich ist.

Geöffnet ist die Ausstellung zu den Öffnungszeiten der Museen: Dienstag bis Freitag von 9.30 bis 17 Uhr, Samstag, Sonntag und an Feiertagen von 11 bis 18 Uhr. Besucher müssen jeweils den Museumseintritt zahlen.

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