Vom Möhnesee in die Burgstadt

Neuer Pastor aus Afrika für Altena

In seiner Probepredigt sprach Pastor Dr. Sadrack Djiokou über das Buch Hiob, wie Gott zu den Menschen spricht und was dies mit dem Gemeindeleben zu tun hat.

Aus dem Kirchenkreis Soest über Kamerun nach Altena: so lässt sich der Weg beschreiben, den Pastor Dr. Sadrack Djiokou in den vergangenen Monaten gegangen ist.

Nachdem seine bisherige Pfarrstelle am Möhnesee weggefallen war, hatte sich der Vater von fünf Kindern nicht nur auf die vakante Pfarrstelle in Altena beworben, sondern auch für ein Projekt, begleitet von der Organisation „Brot für die Welt“, in seiner Heinat Kamerun engagiert. Gestern nun hielt er auf Einladung des Presbyteriums seine Probepredigt in der Lutherkirche. In ihrem Mittelpunkt stand das Buch Hiob. Doch zunächst bedankte sich Pastor Djiokou dafür, „heute Morgen in dieses prächtige Haus Gottes in Altena eingeladen worden zu sein.“ Die sehr gut gefüllten Kirchenbänke zeigten deutlich, dass die Gemeindeglieder ein großes Interesse an der Person ihres möglichen neuen Pfarrers hatten. Dies bestätigte auch Superintendentin Martina Espelöer: „Heute ist ein wichtiger Tag für die Gemeinde.“ 

In der Betrachtung des Menschen Hiob, der über Nacht seinen ganzen Reichtum und seine Kinder verlor, ging es um die Frage, ob Gott das Schicksal der Menschen immer noch in den Händen halte angesichts von Katastrophen aller Art. „Ein Gott, der trotz menschlicher Schmerzen schweigt, ist entweder ein toter Gott oder ein Gott, der nichts mit den Menschen zu tun haben will“, so Pastor Dr. Sadrack Djiokou. Wenn Gott treu und gütig sein wolle, müsse er sprechen. Die Voraussetzung sei eine Erfahrung mit Gott, um wirklich zu erkennen, was das Leben bedeute. In diesem Sinne erfüllten sich die Erwartung Gottes in der Gemeinschaft, die Gott suche und ihn auch finde. „Er spricht und gibt sich in der Kirche Gehör: im Gebet, im Glauben und im Teilen seines Wortes“, unterstrich Pastor Dr. Sadrack Djiokou. 

Die Art der Predigt und auch des Gottesdienstes kam bei den Gläubigen durchweg gut an: Fröhlich, offen und erfrischend sei es gewesen. „Er hat uns vermittelt, das Christ sein etwas Schönes ist“, so Kirsten Steinecke. Superintendentin Martina Espelöer beschrieb den Stil als „sehr herzlich, leidenschaftlich und stark in der Verkündigung.“ Auch dass er sich seiner Nervosität im Vorfeld nicht geschämt habe, sei charmant gewesen. Und vor allem hätten sich die Menschen auf die Heiterkeit eingelassen. Auch beim anschließenden Kirchencafé fanden sich viele Teilnehmer ein, die mehr über den möglichen neuen Pfarrer erfahren wollten. In diesem Rahmen stellte der 52-jährige Theologe nicht nur seine Familie vor, sondern berichtete auch, dass er gerade aus Kamerun nach Deutschland zurückgekehrt sein: „Für mich war es nicht nur eine gute Zeit, bei 30 Grad die Sonne zu genießen, sondern den jungen Menschen dabei zu helfen, im eigenen Land eine Zukunftsperspektive aufzubauen und damit Fluchtursachen vor Ort zu bekämpfen.“ Die Grundlagen seien gelegt und das Projekt von „Brot für die Welt“ werde auch fortgeführt. „Nun freue ich mich aber, eine so tolle Gemeinde gefunden zu haben“, so Pastor Dr. Sadrack Djiokou.

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