Wolfgang Lenhoff macht sein Leben lang Musik:

Partylöwe stellt fest: Altenaer können Karneval!

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Wolfgang Lenhoff: Altenaer mögen Karneval und Musik.

Altena - Die Karnevalssession bewegt sich Richtung Ziellinie. Am 4. März ist Rosenmontag, der Höhepunkt der sogenannten fünften Jahreszeit. Deshalb schaltet zurzeit Wolfgang Lenhoff auch häufiger als sonst das Radio ein. Und das hat einen Grund: Der 71-Jährige war viele, viele Jahre einer von zwei Musikern, die als „Duo Partylöwen“ die Hallen und Säle der Region gerockt haben.

Ganz besonders zu Karneval’“, wie er anfügt. Und der Poalbürger schwelgt in Erinnerungen an Auftritte in der Burg Holtzbrinck und anderen Lokalitäten, „als noch hunderte von Altenaern wirklich Karneval gefeiert haben.“ Denn: „Altenaer können Karneval!“ Tönnchen ist der Spitzname des Musikers. Und so darf ihn an sich jeder nennen, nicht nur die Ehefrau, mit der er in diesem Jahr immerhin 46 Jahre verheiratet ist. „Musik zu machen hat mir persönlich, aber auch mit dem Partner, mein ganzes Leben lang Spaß und Freude bereitet. Das war nicht wirklich Arbeit für mich“, sagt er und zeigt gleich eine ganz Handvoll von selbst gepressten CD’s mit Titeln wie „A A A A Angel mich, der schönste Fisch bin ich“ oder „Mein Hähndie (Handy) spielt verrückt“ beziehungsweise „Hermann Löns, es brennt die Heide!“ Und so ganz nebenbei drückt der agile Vereinsmeier (Briefmarkenfreund, aktiver Sportler, Stenografenvereins-Mitglied, Fußballschiedsrichter) auf einen Knopf und der Song „Hermann Löns“ ertönt.

M-Sound nahm die CD auf - darauf sind viele Titel, die ins Ohr gehen.

„Hören Sie mal hin, das geht doch in die Beine“, bekommt Lenhoff noch immer glänzende Augen. „Wenn mein Partner Helmut Muhl und ich das angestimmt haben, etwa auf dem Altenaer Schützenfest, dann ging die Lucie ab...“ Mehrfach bewarb sich das Duo beim Radiosender WDR 4, der für die närrische Hitparade selbst geschriebene und komponierte Ohrwürmer aus der Region suchte. „Wir hatten uns schon Chancen ausgerechnet“, sagt Lenhoff. „Unsere Musik war immer echt, immer handgemacht Wir haben nicht mit Einspielungen getrickst. Ich glaube aber, da hat irgendwie so ein bisschen der rheinische Einschlag gefehlt.“ Bis zur Rente arbeitete Lenhoff als kaufmännischer Angestellter im Außendienst und legte in seinem Berufsleben mehr als zwei Millionen Kilometer mit dem Auto zurück. „Entspannung habe ich aber immer mit der Musik gefunden“, sagt er. Und wer heute in seiner Wohnung die Augen aufhält, sieht sofort die Profi-Gerätschaften, mit denen er noch heute „als Hobby mischt, aufnimmt oder komponiert.“ „Karneval, das war früher in Altena schon ein Ding“, sagt er.

Schon ein Ding!

Und er legt einen neuen Song auf. Der wurde in den vergangenen Jahren zwar nicht hier, aber im benachbarten Menden von Thomas Hagemann häufig auf der Bühne gesungen. Text und Musik waren maßgeschneidert auf den Journalisten aus dem Sauerland. Auch daran war Wolfgang Lenhoff beteiligt, wenngleich er deutlich sagt: „Für den Thomas, da hat schon der Kollege die meiste Arbeit gemacht. Ich habe mich nur ein wenig eingebracht.“ Und wie war das mit dem Karnevalsfeiern beim Ehepaar Lenhoff selbst: „Och, wir sind schon schwofen gegangen, früher. Aber das hat hier an der Lenne ja sehr nachgelassen. Da wird ja kaum noch etwas angeboten.“ Sag’s und legt eine weitere Silberscheibe der „Partylöwen“ ins Abspielgerät.

Thomas Hagemann singt

Titel: „Die schönsten Girls gibt’s nur im Sauerland.“ Wolfgang Lenhoff, der Mann mit der sonoren Bassstimme, grinst: „Das kam auch immer gut an. Besonders, wenn ich Tanzspiele als Alleinunterhalten abgezogen habe. Karneval ist ja gut und schön, aber Partymusik, dafür ist eigentlich immer Saison.“ Gelernt hat er das Orgelspiel - „ich kann’s auch mit Pedalen“ - übrigens bei Baldur Brinkmann. „Der hat mir den richtigen Schliff gegeben.“ Er habe vom Unterricht sogar noch profitiert, als er eine gewisse Zeit als DJ unterwegs war. „Das hat auch riesig Spaß gemacht. Aber, ganz ehrlich: Mir lag die handgemachte Livemusik immer besser.“ Und noch ein letztes Geheimnis gibt der Karnevalsfreund und -Musiker Wolfgang Lenhoff preis:

Tanzspiele

„Die Menschen in Altena standen und stehen auf Musikspiele. Luftballons, Teebeutelweitwurf oder Karaoke - man muss sich nur was einfallen lassen.“ Und noch einmal legt er die von M’Sound produzierte CD der Partylöwen ins Abspielgerät. Und zu „Ich hab noch Blut im Alkohol“ beginnen Wolfgang Lenhoffs Augen zu leuchten. „Ich könnte mich jetzt sofort wieder so an die Orgel setzen...“

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