Papst kommt nach Altena - das steckt dahinter

+
Bischof Tawadros II. von Alexandria, koptischer Patriarch von Alexandrien und Papst des Stuhls des heiligen Markus, kommt am Samstag nach Altena. Unser Bild zeigt ihn Anfang Januar 2019 mit dem ägyptischen Präsidenten Abdel Al-Sisi (rechts) in Kairo.

Altena – Ein Papst kommt am Samstag nach Altena. Er weiht eine Kirche ein.  

Der Papst kommt nach Altena – und niemand bekommt es mit? Tatsächlich laufen die Vorbereitungen für ein religiöses Großereignis am Samstag in der Burgstadt eher unauffällig. Der Papst der koptischen Christen wird die in den vergangenen Monaten umgebaute ehemalige evangelisch-reformierte Kirche an der Kirchstraße feierlich als koptisches Gotteshaus einweihen. Einige hundert Besucher werden erwartet. Was passiert am Samstag, was sind die Hintergründe? Einige Antworten. 

Warum kommt der Papst der Altena?

Nach gut zehn Jahren Leerstand und einigen Monaten Umbau wird die ehemalige reformierte Kirche gegenüber der Burg Holtzbrinck am Samstag feierlich als Gotteshaus der koptisch-orthodoxen Kirche eingeweiht. Ein großes Fest für die Altenaer Erzengel-Michael-Gemeinde, die nach Angaben ihrer Sprecherin Heidi Jensen rund 300 Besucher erwartet. Der Papst, Bischof Tawadros II. von Alexandria, wird die Zeremonie vollziehen. Er reist dafür allerdings nicht extra aus Ägypten nach Altena. Nach Jensens Angaben hatte er bereits am vergangenen Sonntag eine ehemalige katholische Kirche in Düsseldorf als koptisches Gotteshaus eingeweiht, an diesem Sonntag erfolge noch eine ähnliche Zeremonie in Unna. 

Die  ehemalige reformierte Kirche wird am Samstag als koptische Kirche geweiht.

Wer sind die koptischen Christen eigentlich?

Die koptisch-orthodoxe Kirche führt ihren Ursprung auf den Evangelisten Markus zurück. Der Autor des ältesten der vier Evangelien soll im 1. Jahrhundert unserer Zeitrechnung in Ägypten gewirkt haben und in Alexandria den Märtyrertod gestorben sein. Der Name Kopten leitet sich über das Arabische aus dem griechischen Wort „aigyptios“ ab und heißt damit eigentlich nichts anderes als Ägypter. Heute sind rund zehn Prozent der ägyptischen Bevölkerung Kopten, wobei die Zahlenangaben stark schwanken. Die koptische Kirche ist die größte christliche Gemeinschaft im Nahen und Mittleren Osten. Weltweit gibt es 15 Millionen, in Deutschland laut Jensen rund 80 000 koptische Christen. 

Und wer ist ihr Papst?

Geistiges Oberhaupt der Kopten ist Tawadros II.. Er trägt den Titel „Papst von Alexandria und Patriarch des Heiligen Stuhls von St. Markus“. Der heute 66-Jährige wurde im November 2012 zum 118. Oberhaupt der koptisch-orthodoxen Kirche bestimmt – per Los. Zur Wahl standen drei ranghohe Geistliche, auf die sich die Kirchenführer zuvor geeinigt hatten. 

Was passiert nun am Samstag genau in der Burgstadt? 

Die Feierlichkeiten in der Kirche beginnen offiziell um 8.30 Uhr und enden am frühen Nachmittag. Dabei werden laut Jensen unter anderem Gedenktafeln aufgehängt, ein Band zerschnitten und eine Messe in arabischer und deutscher Sprache gehalten. Polizei und Stadt sehen sich nach Angaben von Sprechern gerüstet für eine größere Gästezahl. Polizeisprecher Dietmar Boronowski sagte: „Es werden ausreichend Beamte vor Ort sein“ – darunter, wie immer bei solchen Kirchenangelegenheiten, auch Beamte des Staatsschutzes. Mit Verkehrsbehinderungen rechnet er nicht. 

Darf ich als Altenaer bei den Feierlichkeiten dabei sein? 

„Bei der Feier am Samstag leider nicht“, sagt Heidi Jensen und verweist auf Sicherheitsgründe. In die Kirche dürften nur geladene Gäste. Danach aber, so betont sie, stehe das Gotteshaus für jeden Interessierten offen: „Ob zum Beten oder einfach nur zum Besichtigen – wir freuen uns auf Gäste."

Holger Drechsel

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare