Kulturring

Personalwechsel und große Sorgen

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Uwe Kober (Mitte) dankte Andreas Hollstein (rechts ) und Ulrich Frenchkowski.

Der Kulturring hat einen neuen Vorstand: Bürgermeister Uwe Kober übernahm das Amt des ersten Vorsitzenden von seinem Vorgänger im Rathaus, Dr. Andreas Hollstein. Die Entscheidung über die Zukunft von Geschäftsführer Wolfgang Noack, dessen Honorarvertrag Ende des Jahres ausläuft, wurde hingegen vertagt.

Altena – Kober wurde ebenso einstimmig gewählt wie Jan Möhling, der den bisherigen stellvertretenden Vorsitzenden Ulrich Frenschkowski ablöst. Er bleibt aber als Beisitzer aktiv. Die Wahl mehrerer junger Beisitzer trug zur Verjüngung des aktiven Kerns des Kulturrings bei. Der langjährige Schatzmeister Michael Slatosch wurde einstimmig in seinem Amt bestätigt.

Noack blickte zurück auf ein weitgehend normales Kulturjahr 2019, das lediglich durch die Bauarbeiten in der Burg Holtzbrinck beeinträchtigt wurde. Ganz anders verlief das vergangene Corona-Jahr: „Das Kulturjahr 2020 war geprägt vom massiven Voranschreiten der Pandemie.“ Es gab umfassende Programmeinschränkungen. „Die Leute hatten Angst.“ Wolfgang Noack lenkte den Blick auch auf die schwierige Situation der Kulturschaffenden: „Die Kulturszene leidet massiv – immer noch.“ Um mehr Besucher für die Veranstaltungen des Kulturrings zu begeistern, müsse die Öffentlichkeitsarbeit intensiviert werden, forderte Noack: „Das Thema Marketing und Werbung müssen wir angehen.“

Merkwürdige Situation

Es ist eine merkwürdige Situation in Altena: Immerhin 430 Menschen unterstützen den Verein mit ihrer Mitgliedschaft. Viele Bürger und Firmen helfen der Kultur mit beträchtlichen Spenden. Das kleine, aber feine Programm läuft aber an vielen zuweilen vorbei. Es gibt einige Ausnahmen, bei denen vor allem die heimischen Akteure die Burg Holtzbrinck füllen.

Und dann gibt es noch das große Zugpferd des Kulturrings, das aber ebenfalls vorübergehend der Pandemie zum Opfer fiel: 20 000 Besucher seien zum Mittelalterfest 2019 gekommen, sagte Wolfgang Noack. Er verwies auch auf die gute Zusammenarbeit mit den Machern der „Weltklassik am Klavier“. Doch auch diese Reihe stößt oft nur auf geringes Interesse. Auch Altenas früherer Bürgermeister Andreas Hollstein wunderte sich über Altenaer, die eher ins Konzerthaus nach Dortmund fahren, statt eine derart hochklassige Veranstaltungsreihe vor Ort zu besuchen.

Chorsänger oft niedergeschlagen

Kantor und Kulturring-Mitglied Johannes Köstlin lenkte den Blick auf die Situation der Musiker und Chöre, unter denen es „viel Niedergeschlagenheit“ mit Blick auf Corona gebe. Musiker und Sänger konnten monatelang weder proben noch auftreten. Köstlin sah den Kulturring in der Rolle eines Vermittlers, um die Gruppen für ein offenes Gespräch an einen Tisch zu bringen und zu klären, ob die Musiker „leistungsorientierte Probemöglichkeiten“ haben: „Wir müssten die Chöre erstmal fragen, wo sie stehen und was aus ihrer Sicht möglich ist.“ Grundsätzlich war in den Reihen des Kulturring Aufbruchstimmung zu spüren – und die Lust, etwas in und für Altena zu bewegen.

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