Friederike, dicke Schäden und heißlaufende Telefone

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Die Dachdecker aus der Burgstadt haben mit der Behebung der Stumschäden allerhand zu tun. „Das ist Arbeit für ein Jahr“, hieß es an der Kolberger Straße auf dem Breitenhagen.

Altena - „Friederike“ war heftig, aber finanziell nicht ganz so anspruchsvoll wie manche Vorgänger. Das Orkantief kostet die deutschen Versicherer nach ersten Schätzungen rund 500 Millionen Euro. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) veröffentlichte eine erste Schadenschätzung, berichtet „Spiegel online“. Damit liege „Friederike“ deutlich hinter „Kyrill“, teilte der GDV mit. Auch „Lothar“ (1999) und „Jeanett“ (2002) waren deutlich teurer.

Autos, Dächer und und und – bei der Provinzial-Agentur Opitz und Rompza im Bahnhofsgebäude gingen die Schadensmeldungen im Minutentakt ein. „Das geht inzwischen in die Hunderte“, berichtete Andreas Opitz schon am Vormittag – „wir telefonieren hier auf sechs Leitungen“. Opitz berichtete von einigen größeren Schäden beispielsweise an Fabrikdächern: „Das geht dann auch in den fünfstelligen Bereich“. Opitz wies auch auf einen Umstand hin, den viele Versicherte nach seinem Eindruck nicht auf dem Schirm haben: „In der Gebäudeversicherung sind in den meisten Fällen Aufräumkosten enthalten“. Wenn also der Gärtner kommen muss, um im Garten die umgewehte Tanne kleinzusägen, dann kann die Rechnung bei der Versicherung eingereicht werden.

„Es geht jetzt erst richtig los“, berichtete auch Dietmar Vogt vom LVM-Versicherungsbüro an der Bachstraße. An die 80 Schäden waren bereits am Vormittag gemeldet. „Ich rechne damit, dass sich das über das Wochenende verdoppeln wird.“ Schäden an Gebäuden und an Fahrzeugen machen bei Vogt den Löwenanteil aus. Gefragt seien dann die Gebäuderversicherungspolicen oder die Kfz-Teilkaskoversicherung.

Und nicht nur bei den Versicherungen laufen die Drähte heiß. „Das Telefon klingelt ununterbrochen“, beschreibt Dennis Kranz die Lage im Dachdeckerbetrieb Jochem Kranz. Viele, viele Dachpfannen haben sich unter dem windigen Zugriff von Friederike aus ihrer ursprünglichen Lage verabschiedet.

Richtig viel zu tun war beispielsweise am Breitenhagen, aber auch in den Höhenlagen am „Nordpol“ und am Linscheid ging es rund.

Bis um 20 Uhr waren die Männer der Firma Kranz am Donnerstag unterwegs, um den ersten groben Schäden beizukommen. Dabei wurden sie sogar von der Drehleiter der Feuerwehr unterstützt. Nicht immer sei es nach einem solchen Großschaden einfach, die richtigen Pfannen zu bekommen. „Wir greifen auf alles zu, was noch am Lager ist.“ Im Bereich Kolberger und Königsberger Straße sind zum Beispiel Rheinlandziegel gefragt. „Die bekommt man so gar nicht mehr“, hieß es vor Ort. Da trifft es sich, dass man auf Exemplare von Häusern an der Memeler Straße zurückgreifen konnte. Diese werden bekanntlich demnächst abgerissen.

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