Orgel klingt hysterisch – Sanierung ist nötig

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Organist Wilfried Wagener (l.) und Pfarrer Uwe Krause vor der Schuke-Orgel in der Kirche zu Dahle. Das wertvolle Instrument wird von Grund auf saniert. Doch das kostet. Die Gemeinde bittet um Spenden.

ALTENA - Wenn ein Organist den Klang seiner Kirchenorgel in Teilen „als etwas hysterisch“ beschreibt, ist das deutlich. Und wenn er dann noch nachschiebt, dass verschiedene Klangfarben „hörbar etwas zu spitz“ ertönen, muss etwas passieren.

Wilfried Wagener und Björn-Christoph Florax bespielen die „Königin der Instrumente“ in der Evangelisch-Reformierten Kirche in Dahle. Beide Kirchenmusiker haben jetzt Pfarrer Uwe Krause, mehr aber noch das Presbyterium überzeugt, dass ihre Schuke-Orgel einer dringenden Generalüberholung bedarf.

Seit 44 Jahren leistet das Instrument seine Dienste in Dahle. Und es gab in diesen langen Jahrzehnten keinen nennenswerten Ausfall eines der 16 Register oder nur einer der mehr als 1000 Pfeifen. Nach der Zustimmung aller Gemeindegremien werden jetzt ab dem 4. Juli Fachmonteure aus der Werkstatt von Karl Schuke aus Berlin anreisen, um das Instrument instand zu setzen. Pfarrer Uwe Krause: „Es wird nahezu komplett zerlegt, gereinigt, wieder montiert, neu intoniert und in Stimmung gebracht.“ Veranschlagt ist dafür ein Betrag von etwa 28 000 Euro. Gut angelegtes Geld, wie die beiden Organisten und der Pfarrer meinen. „Wir hoffen, dass niemand über diese vermeintlich hohe Kostensumme erschrickt, steht ihr doch ein Zeitwert unseres Instrumentes von etwa 250 000 Euro gegenüber.“

Ausschließlich aus eigener Kraft oder Rücklagen kann die Evangelisch-Reformierte Gemeinde die Sanierung nicht stemmen. Deshalb gründete sich ein Sponsorenverein. Der belässt es aber nicht nur beim Reden, er lädt alle Geldgeber oder solche, die es werden wollen, ein, sich das Instrument nach Terminabsprache anzuschauen oder selbst die Hörprobe zu machen. „Es bietet sich an, dass Gemeindeglieder nach den Sonntagsgottesdiensten auf die Orgelempore gehen und sich vor Ort ein Bild machen“, sagt Pfarrer Uwe Krause.

Ob man nun anonym geben will, einen Dauerauftrag ausstellt oder einen Obolus in die Pfeifensammelbüchse neben dem Kircheneingang steckt, das bleibt jedem selbst überlassen. Möglich ist aber auch, dass bei Großspenden ab 500 Euro der Sponsor mittels Gravur auf einer Orgelpfeife verewigt wird.

Die Firma Schuke, die jetzt nach Dahle kommt, baut seit vielen Generationen Orgeln. Ihre Fachleute werden vor Ort etwa vier Wochen tätig sein und der Dahler-Orgel auch Prothesen einsetzen. „Nehmen Sie den Vergleich mit dem Menschen. Der hat Lungen. An den Orgel-Lungen, also den Bälgen, müssen zum Teil schadhafte Lederzwickel erneuert werden, einher geht damit ein kleines stimmliches Lifting“, sagt Wilfried Wagener. Das heißt: Die Klangpyramide der 16 Register wird bei der Sanierung verbreitert, so dass die Königin der Instrumente am Ende bei großer Lautstärke etwas weicher und voller ertönt und auch im leisen und mittleren Bereich neue stimmliche Möglichkeiten erhält.

Führungen und Besichtigungen während der Renovierungsphase sind nach Absprache über das Pfarrbüro möglich. Spenden erbittet die Gemeinde in jeder Höhe auf das Konto Nummer 3005 322 601 bei der Volksbank im Märkischen Kreis, BLZ: 447 615 34.

von Johannes Bonnekoh

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