Neujahrsschwimmen lockt jede Menge Zaungäste

Die originellsten Kostüme wurden mit Gastronomie- und Burgaufzugs-Gutscheinen prämiert.  Foto: Hornemann

ALtena - Kai Finkernagel und Thomas Roberg hatten mit sich gerungen und nach sorgfältiger Abwägung entschieden: Das erste Altenaer Neujahrsschwimmen sollte auch vor dem Hintergrund stattfinden, dass in der Nacht zuvor ein Mensch in der Lenne ums Leben gekommen war. Auf einen Ausflug in den Fluss verzichteten die Teilnehmer aber lieber: Sie sprangen in zwei eilig gefüllte mobile Pools - vor den Augen hunderter Schaulustiger.

Die Gedanken der Veranstalter waren bei den Angehörigen des verstorbenen jungen Mannes. Das brachte Thomas Roberg klar zum Ausdruck, als er die Bürger begrüßte. „Durch unsere Überlegungen waren wir auch organisatorisch etwas in Verzug geraten“, ergänzte Kai Finkernagel. Deshalb traten die „Gladiatoren“ auch erst mit 45-minütiger Verspätung an. Unter der Begleitmusik des Hits „Santiano“ vom gleichnamigen Rock-Shantychor gingen Herren im Badeanzug und Frauen im Schlafanzug (das originellste Kostüm wurde prämiert) auf die Pools los und ließen sich mit Schmackes in die jeweils 7500 und 5500 Liter fassenden Becken fallen. Die waren mit kühlem Lennewasser gespeist worden und es war fürs Publikum eine Freude mitanzusehen, wie sich die Neujahrsschwimmer im fünf Grad kühlen Wasser räkelten, als ob sie in der heißen Copa Cabana-Sonne baden würden. Fotoapparate wurden gezückt und Handyvideos gedreht - die sozialen Medien taten ihr Übriges, um die erste Gaudi dieser Art prompt und öffentlichkeitswirksam zu verbreiten.

Neujahrsschwimmen in Altena

„Altena soll was davon haben“, erklärte Kai Finkernagel, der zwar als Mitveranstalter auftrat, jedoch nicht allein in seiner Funktion als Wirt vom Lennekai. „Wir würden die Veranstaltung gern etablieren als eine Gelegenheit, sich nach durchfeierter Nacht am Lenneufer zu treffen. Wenn danach die Kneipen in der Innenstadt noch gut bevölkert würden, wäre das doch ein Gewinn für uns alle!“

Für die Veranstaltung selbst hatten die Organisatoren ein kleines Außen-Gastroangebot mit Würstchen und Getränken geschaffen. Ein mit Heizpilz erwärmtes Zelt bot sogar Sitzgelegenheiten und mobile Duschen versorgten die gut abgekühlten Neujahrsschwimmer mit Warmwasser, nachdem sie die Pools verlassen hatten. Umkleidegelegenheiten gab’s in einem Innenstadt-Ladenlokal. Und für kurzentschlossene Teilnehmer lagen sogar noch 40 Badeanzugs-Garnituren in Reserve bereit, so dass noch viele Unangemeldete Gelegenheit gehabt hätten, mitzumachen. Letztlich trauten sich 30 Teilnehmer ins Wasser. Alle erhielten eine Urkunde, die am schönsten Kostümierten zusätzlich Gutscheine für den Burgaufzug, das Burgrestaurant und den Lennekai. „Und ein paar Flaschen Sekt werden für den Einsatz der Teilnehmer auch noch fällig!“ versprach Kai Finkernagel spontan.

Von Ina Hornemann

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