Oranje wird Fußball-Weltmeister

von Johannes Bonnekoh - ALTENA - Rolf Beitz, Chef der Altenaer Baugesellschaft, traut den Niederländern den WM-Titel zu. Zwar nennt er auch Brasilien als Top-Favorit, aber Oranje hat es seiner Ansicht nach in diesem Jahr verdient. Wenn möglich, schaut sich Beitz „viele Spiele an, der deutschen Mannschaft sowieso.“

Auch Thorsten Schick, designierter Kreisvorsitzender der CDU, glaubt fest an Orange. Der Ex-Landtagsabgeordnete reaktiviert sein altes WM-Trikot von 2006, „um es bei Public-Viewing-Angeboten über zu streifen. Denn“, so sagt er, „Fußball-Gucken in Gemeinschaft macht einfach mehr Laune.“

Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein „verkleidet sich nicht und schmückt auch nicht sein Auto oder eine Fahnenstange.“ Wenngleich: „Letztes Mal, also 2006, habe ich als Gag ein Orange-Trikot übergezogen.“ Der Altenaer „hofft auf unsere Mannschaft“, hat aber als Titelaspiranten „Portugal ganz oben auf der Rechnung.“ Sonderurlaubsanträge von Mitarbeitern sind „ihm aktuell nicht bekannt.“ 2006 habe es nur ein Spiel gegeben, das um 16 Uhr angepfiffen wurde. „Da haben alle abgestempelt und wir haben das als Rathaus-Team zusammen geschaut.“

Feuerwehr-Leiter Udo Winter macht aus seinem Herzen keine Mördergrube. „Ich bin ein absoluter Nichtfußball-Fan. Keine Ahnung, wer den Titel holt oder wer nicht. Die WM geht an mir vorbei.“

Matthias Radtke, Wachenleiter der Stadt, gibt zu, kein richtiger Fußball-Kenner und schon gar kein überzeugter Fan zu sein. „Gut, die Gruppengegner der deutschen Mannschaft kenne ich noch. Aber dann hört es schon auf. Die WM 2006 und die Europameisterschaft 2008 fielen mitten in meine Dienstzeiten. Da habe ich wenig Fernsehn geschaut.“ Dennoch lässt er sich zu einem WM-Titel-Tipp bewegen: „Ich glaube, eine Mannschaft aus Südamerika wird es richten.“

Barbara Langos, Kulturbeauftragte, meint: „Ich bin umgeben von männlichen Wesen, die Fußball gucken. Ich freue mich, wenn es gute Spiele gibt, kann mich sogar an richtig leichte Fußballspiele erinnern. Da macht es Spaß, zuzuschauen. Wer den Titel holt, ehrlich gesagt, keine Ahnung.“ Dagmar Freitag, Bundestagsabgeordnete der SPD, flog 2002 mit dem Kanzler zum Endspiel nach Asien. „Erst mal müssen wir Deutschen aber so weit kommen“, wagt sie keine Prognose, ob sie als sportpolitische Sprecherin ihrer Fraktion noch einmal die Koffer packen darf. Nur: Die Abgeordnete hat totales Verständnis für jeden Fan. „Ich gebe meinen Mitarbeitern frei, damit sie die Spiele der deutschen Mannschaft gucken können, überhaupt keine Frage.“ Und ihr Titel-Tipp: „Frankreich schließe ich aus, aber Spanien ist ein Mitfavorit für mich.“

Pfarrer Dr. Dietmar Kehlbreier befestigt statt schwarz-rot-goldener lieber Kirchentagsfähnchen an seinem Auto. Der BVB-Fan „schaut aber so viele Spiele wie möglich.“ Sein Titel-Aspirant gehört zu den „üblichen Verdächtigen. Ich denke schon, dass Brasilien und Spanien dazu gehören.“ Und Deutschland? „Vielleicht ist der Ausfall von Michael Ballack eine neue Chance für die Mannschaft. Ich denke mal, es wird sie mehr zum Team zusammen schweißen. Und dann wird man sehen, wie die Jungs ins Turnier finden.“

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