Grüne planen Generationswechsel

Judith Köster
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Judith Köster soll im kommenden Jahr Nachfolgerin von Oliver Held werden.

Oliver Held bleibt Vorsitzender der grünen Ratsfraktion – zunächst einmal, wie er betont. Beabsichtigt sei nämlich, dass seine neue Stellvertreterin Judith Köster im kommenden Jahr übernimmt. Sie ist einerseits neu um Rat und wird andererseits gerade Mutter – es brauche noch etwas Zeit, bis der Generationswechsel in der Fraktion vollzogen werden könne, berichtete Held nach der konstituierenden Sitzung seiner Ratsfraktion.

Altzena - Eigentlich sollten heute die Parteimitglieder über deren Ergebnis informiert werden. Eine dafür vorgesehene Versammlung wurde aber coronabedingt abgesagt.

In der Fraktion wurde auch auf das Wahlergebnis geschaut, und zwar mit Stolz. 17,5 Prozent holten die Grünen am 13. September, über sechs Prozent mehr als 2014. In Altena gab es damit das zweitbeste grüne Ergebnis im Märkischen Kreis – nur in Menden, wo sie über 20 Prozent holten, waren sie noch stärker.

„Die Verbindung zwischen CDU und SPD hat mich nicht überrascht“, sagte Held zur sich abzeichnenden Listenverbindung. „Das ist ja im Moment ein sehr beliebtes Modell“, meinte er mit Blick auf Nachrodt, wo schwarz und rot ebenfalls zusammengehen werden. Festzuhalten bleibe, dass CDU und SPD in Altena deutlich Stimmen eingebüßt hätten, insgesamt rund zehn Prozent. Jetzt sei er gespannt darauf, was dieser Pakt inhaltlich zu bieten habe. Bisher habe er zwar Schlagworte wie „Innenstadt“ und „Kindergärten“ gehört, inhaltlich sei aber noch nicht viel gekommen. Dafür sei es aber auch noch reichlich früh, räumte der alte und neue Fraktionssprecher der Grünen ein.

Grüne in der Rolle als Oppositionsführer

Auch zwischen CDU und Grünen hat es ein Gespräch gegeben, um Möglichkeiten der Zusammenarbeit auszuloten. Dabei habe aber bei einer Reihe von Punkten keine Übereinstimmung erzielt werden können, berichtete Held und nannte den Lennetalradweg als Leuchtturmprojekt, mit dem man jetzt endlich vorankommen müsse. Die Haltung der CDU dazu sei unverbindlich und vage, kritisierte Held. Klimaschutz und eine darauf ausgelegte Verkehrspolitik seien wichtige grüne Anliegen, auch in diesen Bereichen habe es zwischen CDU und Grünen keine besonders große Schnittmenge gegeben.

Und dann auch noch Rosmart 2.0: Die CDU habe auf ein Ja zur Ausweitung des Gewerbegebietes gedrängt, die Grünen seien dazu nicht bereit gewesen. Das Drängen der Union in diesem Punkt habe er nicht verstanden, sagte Held: „Ich sehe nicht, dass das in den kommenden fünf Jahren ein bestimmendes Thema sein wird“. Schließlich seien die Werdohler Parteien zögerlich – und auf die komme es in der Planungsphase an, weil die vorgesehene Fläche fast vollständig auf Werdohler Gebiet liege.

„Durch die Verbindung von CDU und SPD ist unsere Rolle natürlich auch klar definiert: Wir sind jetzt Oppositionsführer“ – mit diesen Worten kündigte Held eine lebendige und inhaltsbezogene Arbeit der stark verjüngten grünen Ratsfraktion (in der er übrigens neben fünf Frauen der einzige Mann ist) an. Erleichtert werde das dadurch, weil die Grünen wegen ihres guten Abschneidens in nahezu allen Ausschüssen drei Sitze haben werden.

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