Ohne Recycling wird nicht abgebrochen

ALTENA ▪ Von drinnen dröhnen die Geräusche des Vorschlaghammers nach draußen. Durch die geöffneten Fenster werden gebrochene Holzleisten in die vor dem Haus stehenden Container geworfen: Am Alten Knerling hat die Entkernung der Häuser 1 bis 27 begonnen.

Bis auf einen einzigen sind die Mieter schon lange weg – an seinen Fenstern hängen noch immer die vergilbten Gardinen. Warum er nicht geht, weiß Rolf Beitz, Vorstand der Baugesellschaft, auch nicht. „Dabei muss er nur rüber ziehen“, sagt er und zeigt auf das Haus gegenüber, denn dort hat der trotzige Mieter bereits eine neue Wohnung gemietet. „Wir werden nochmal mit ihm reden und wenn das nicht hilft, müssen wir gerichtliche Schritte einleiten.“

Rund um die noch bewohnte Wohnung wird entkernt. Ein Entsorgungsunternehmen aus Plettenberg reißt alles raus, was nicht in den reinen Abrissmüll darf. „Heute muss alles streng getrennt werden“, erklärt Facharbeiter Frank Dohmann. Er holt zusammen mit seinen Kollegen Rigipsplatten von Decken und Wänden, entfernt Teppichböden und Laminat, stemmt Schlitze in die Wände, um an die Elektrokabel heranzukommen – eine staubige Angelegenheit. Dabei wundert er sich nicht über Farben oder Tapeten an den Wänden, fragt sich nicht, was das für Leute waren, die hier mal gelebt haben. „Ich mache meinen Job“, sagt er und reißt einen Holzbalken von der Wand. Alles wird weggeschmissen, nichts wird verkauft. „Das lohnt sich nicht“, meint Rolf Beitz. Für die Entkernung der insgesamt 52 Wohnungen und den Abriss der Häuser muss die Baugesellschaft rund 160 000 Euro bezahlen. Fertig sein wollen die Arbeiter Ende nächster Woche, so dass spätestens Anfang übernächster Woche der Bagger anrollen kann. Der wird dann mit seiner mächtigen Schaufel Haus für Haus dem Erdboden gleich machen. Momentan liefen noch Gespräche mit der Stadt, wie der Bereich zur Straße abgesichert beziehungsweise abgesperrt werden soll, so Beitz.

Ähnlich wie am Breitenhagen wird dann später eine Kommunikationsanlage entstehen (wir berichteten). Der Vorstand berichtet, dass etwa 250 000 Euro investiert würden, um Stellplätze, Spielplätze, Freizeitflächen und Ruhezonen einzurichten.

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