Neues Buch vorgestellt

Tilman Röhrig lüftet Geheimnis um Motor des Marxismus'

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Tilman Röhrig signiert vielen Zuhörern sein neues Buch.

Altena –Ohne Friedrich Engels hätte es den Marxismus nie gegeben: Nicht das einzige Geheimnis, das Tilman Röhrig in seinem neuen Buch verrät.

Friedrich Engels steht im Mittelpunkt des neuen historischen Romans „Und morgen eine neue Welt“ von Tilman Röhrig. Bei seinem letzten Aufenthalt in Altena am 18. Mai 2019 hatte der Kölner Autor in kleiner Runde schon über sein jüngstes Projekt geplaudert, das nun in Buchform vorliegt. 

Zur Lesung in der Burg Holtzbrinck kamen  nun etwa 20 Besucher – rund doppelt so viele wie im Mai. Der Kulturbeauftragte Wolfgang Noack freute sich über den Besucherzuwachs und blickte zurück auf seine Studienzeit in Berlin, in der der politische Aufbruch der Studentenbewegung mit der erneuten Lektüre der ökonomischen und gesellschaftspolitischen Analysen von Karl Marx und Friedrich Engels verbunden war. 

Mit der Kutsche von Altenanach Elberfeld

Mit einem Gedankenspiel machte Tilman Röhrig deutlich, was es heißt, Geschichte für einen historischen Roman lebendig zu machen: Wie wäre man zu Lebzeiten von Friedrich Engels von Altena nach Brüssel gekommen, wo der Roman „Und morgen eine neue Welt“ beginnt? 

Röhrig empfahl eine Kutsche für die Strecke von Altena bis Elberfeld, dann den Zug bis Düsseldorf, einen Raddampfer nach Köln und von dort aus eine erneute Zugreise bis Brüssel. 

Der Roman beginnt dort Ende April 1845. Friedrich Engels besucht Karl Marx und seine Frau Jenny, die in großer Armut das zweite Kind erwarten. „Wer sich der preußischen Gewaltherrschaft entzogen und in Brüssel Asyl gefunden hatte, durfte sich nicht politisch betätigen“, erklärte Tilman Röhrig die Situation der revolutionär gesinnten deutschen Exilbürger, die in Brüsseler Hinterzimmern über Politik, Religion und die Lage der ausgebeuteten Klassen diskutierten. 

Marx will Elend nicht sehen

Friedrich Engels, Sohn eines Textilfabrikanten aus Barmen, der eine Fabrik in Manchester betreibt, „möchte den Freund unmittelbar mit dem Elend der Arbeiter konfrontieren“. 

Im Roman zeigt sich Marx eher unwillig, die hart Arbeitenden selber zu sehen: „Folterer, das ist reine Zeitverschwendung“, beschwert er sich bei Engels, der mit Spott antwortet: „Ich präsentiere das Elend der Arbeiter nicht für vollgefressene Bourgeois.“ 

Darum geht's um Engels

„Warum Friedrich Engels?“, lautete die erste Frage in der anschließenden Diskussion mit den Besuchern. Er sei der Motor zur Entwicklung der Theorien der beiden gewesen, erklärte Tilman Röhrig: „Wenn Engels Marx nicht getrieben hätte, wäre da nicht viel zustande gekommen.“ 

Persönlicher Bezug

Und er fügte einen überraschenden persönlichen Bezug zum Romanhelden an: „Das Engelsmuseum in Wuppertal war das Elternhaus meines Vaters.“ Friedrich Engels sei sein „Urgroßonkel“ gewesen. 

Tilman Röhrigs Schilderung seines großen Projektes, in dem er „Eckpunkte und Scheidewege europäischer Geschichte seit Hannibal“ in historischen Romanen erzählt, ließ die Frage nach dem nächsten Roman aufkommen: Er male zurzeit sehr viel, erklärte der Gast und berichtete von einem Erzählprojekt, in dem Franz Marc und die Künstlerszene um Wassily Kandinsky und Paul Klee im Mittelpunkt stehen werden.

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