Auf Hof Siebecke gibt es seit 70 Jahren keinen Heiligabend ohne besonderen Besuch

Nie ohne Bretags unterm Baum

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Dirk Siebecke (hinten links) und Heinz-Dieter Bretag (hinten rechts) kennen sich seit frühester Jugend. Für Ruth Siebecke (r.) gehören auch Brigitte Bretag (l.), ihre Tochter Sandra und Enkelin Jördis (3) an Heiligabend an den Kaffeetisch

Altena - Einen Heiligabend ohne Heinz-Dieter Bretag hat es auf Hof Siebecke auf dem Nettenscheid seit 70 Jahren nicht gegeben. Seit dem Tag seiner Geburt nimmt der Dahler jedes Jahr an dem Ort Platz, wo schon seine Wiege stand. Das hat sich auch nicht geändert, als seine Großeltern Klara und Fritz Bohr den Hof längst verlassen hatten. Mittlerweile sind auch seine Enkelkinder bei Siebeckes zum Teil der Familie geworden.

ördis huscht mit kurzen Beinchen vom Kaffetisch herab durch die Tür und Dirk Siebecke sieht ihr lachend hinterher. „Jetzt stehst Du in unserer alten Räucherkammer!“ ruft er der Dreijährigen hinterher. Heinz-Dieter Bretag nickt. „Da waren auch unsere Vorräte drin. Beide Familien hatten großes Vertrauen zueinander und keine Geheimnisse voreinander.“ Siebeckes nahmen es mit großen Bedauern wahr, als Klara und Fritz Bohr 1962 auszogen aus ihrer Wohnung auf dem Nettenscheid, denn solch gute Mieter waren rar. „Heinz-Dieter war für uns ja auch wie ein Kind“, erinnert sich Dirk Siebeckes Mutter Ruth.

Selbstverständlich

 Selbstverständlich besuchte er seine Zweitfamilie an Heiligabend einfach weiter - und hat damit nicht ein einziges Mal ausgesetzt. Ganz im Gegenteil hat er noch mehr liebgewonnene Gäste mitgebracht: Zuerst seine Ehefrau Brigitte, dann Tochter Sandra und Sohn Matthias. Mittlerweile gibt es drei Enkelkinder, für die unterm Christbaum von Siebeckes auch immer ein Geschenk liegt. „Und sogar die Schwiegereltern von Matthias aus Bulgarien waren schon hier an Weihnachten!“ erklärt Dirk Siebecke lachend.

Lachend

Verwandtschaftliche Verhältnisse waren früh hergestellt worden, indem Gerda und Heinz Bretag Otto Siebecke zum Patenonkel ihres Sohnes Heinz-Dieter bestimmten. „Wir haben diese Tradition als nächste Generation fortgesetzt: Ich bin der Patenonkel von Dirks Sohn Hendrik und Dirk ist der Patenonkel von meinem Sohn Matthias“, erklärt Heinz-Dieter Bretag. Eine weitere enge Verbindung zum Nettenscheid bestand darüber hinaus durch das Lebensmittelgeschäft von Gerda und Heinz Bretag:

Hauslieferungen

 „Wir boten auch Hauslieferungen an und zum Einzugsgebiet des Ladens gehörte auch der Nettenscheid. Karfreitags ging ich mit zwei großen Wassereimern voll Fisch den Berg hinauf, damit zu den Feiertagen alle ihr Festessen hatten“, erinnert sich der heute in Dahle ansässige Ruheständler. Ein Ort zum Rasten war ihm immer Gewiss auf dem Nettenscheid. Und das wird bis zum letzten Atemzug so sein.

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