Fest des Gesangs zu Ehren des Stillen Gustavs

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Singen macht Freude, hält gesund und erwärmt das Herz. Zu Beginn holte Elke Hermens aus jedem Teilnehmer den individuellen Grundton heraus. So entstand aus insgesamt über 100 Kehlen ein wunderbarer Spontanchor.  

Altena - Welches Liedgut Gustav Selve mochte, das ist nicht genau überliefert. Dass der bürgernahe Großindustrielle am offenen Singen in der Burg Holtzbrinck Freude gehabt hätte, das dürfte trotzdem gewiss sein. Der von Elke Hermens angeleitete Spontanchor widmete ihm seine Lieder unter dem Motto „Der Stille Gustav singt mit uns“. Es war eine Zeitreise durch 650 Jahre Stadtgeschichte und Liedermacherei.

Liebevoll schilderte die Chorleiterin Szenen, wie sie sich im Mittelalter vielleicht in der Stadt abgespielt haben könnten. Burgfräulein tummeln sich im fröhlichen Kreistanz auf der Wiese des Holtzbrinckparks, dazu ein Liedchen von Walther von der Vogelweide auf den Lippen. Als vier Damen aus dem Ansingchor „Klingende Runde“ dann in feiner Gewandung durch den Mittelgang des Georg von Holtzbrinck-Saals einschwebten und eben jenen fröhlichen Kreistanz dazu aufführten, war die Überraschung perfekt.

Die mittelhochdeutsche Sprache, in der der Minnesänger einst dichtete, war gar nicht so einfach. Das erfuhren die rund 100 Gäste bei einem Vortrag von Hedwig Knieper. „Singen wir lieber die Volkslieder, die wir kennen und lieben!“ rief Elke Hermens auf. Pianistin Alfia Möllmann fand den Flügel unter einem bunt geschmückten Maibaum vor, da passte es vorzüglich, dass Titel wie „Nun will der Lenz uns grüßen“ und „Wie schön blüht uns der Maien“ in den vorbereiteten Liederkladden standen. Den eigenen Grundton auf den Lippen, stimmten Frauen und Männer gerne ein.

Begonnen wurde der Nachmittag mit den ältesten Liedern, Chor und Gäste arbeiteten sich gemeinsam in die Gegenwart vor. Im Hintergrund waren Fotografien und Zeichnungen Altenaer Stadtansichten zu sehen, denn schließlich sollte die Stadtgeschichte im Jubiläumsjahr nicht zu kurz kommen. Zuccalmaglio, heimischer Texter von „Kein schöner Land“ fehlte nicht darin und auch nicht Richard Schirrmann, zu dessen Ehren „Wem Gott will rechte Gunst erweisen“ angestimmt wurde. Als das Apollo-Kino ins Bild rückte, gab’s Filmmusik zu hören von der Klingenden Runde, die auch Flöten und Gitarren mitgebracht hatte. Hinauf zum Stillen Gustav drang die Musik nicht ganz, doch Innenstadtpassanten verharrten doch ein Weilchen, um ein wenig zu lauschen. Es war wie immer ein rundum gelungenes Fest des Gesangs.

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