Feierlich die Tafel enthüllt

Offenes Geschichtsbuch: Evingser Drahtrollenroute ist eröffnet

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Ortsvorsteher Thomas Schmitz und die stellvertretende Bürgermeisterin Hanna Freissler enthüllten an Samstag feierlich die Tafel im unteren Springen. Gegenüber der Schreinerei Steuber geht die 700 Meter lange Tour los.

Altena - Schon dem Chronisten Eversmann war die spektakuläre Aussicht auf sechs Drahtrollen im Jahr 1806 eine Notiz an den König wert. „Er hat genau dort gestanden, wo wir jetzt stehen“, erklärte Heimatvereinsvorsitzender Friedrich-Wilhelm Klinke am Samstag bei der feierlichen Eröffnung der Evingser Drahtrollenroute am Fuße des Springertals. Sie ist nun komplett beschildert und kann selbstständig oder unter Anleitung fachkundiger Führer entdeckt werden.

Das größte Lob sprach Stephan Sensen aus: „Das hier ist ein offenes Buch der Industriegeschichte!“ Der Leiter von Burg- und Drahtmuseum sieht in dem Evingser Kultur-Projekt keine Konkurrenz, sondern eine ideale Ergänzung zu der bestehenden historischen Aufarbeitung der Drahtgeschichte in Altena. Als Vorsitzender der Initiative WasserEisenLand öffnete Sensen dem Heimatverein einst den Zugang zu Fördertöpfen.

11.440 Euro gab das Land für die Installation der Beschilderung der ehemaligen kleinen Drahtziehereien im Springertal dazu. 5000 Euro gab der Heimatverein aus, den Rest der Gesamtsumme von 18.000 Euro finanzierten Sponsoren. 

Evingser Drahtrollenroute ist eröffnet

Friedrich-Wilhelm Klinke hat den Löwenanteil bei der Aufarbeitung der Rollen-Historie geleistet. Mit Kathrin Stein und Regine Rottwinkel hatte er findige Gestalterinnen gefunden, die sich um Redaktion und Layout der hochwertigen Hinweistafeln kümmern konnten.

Leader-Projekt

Das Leader-Projekt spielte ihm dazu noch in die Hände und außerdem stießen einige Wegbegleiter hinzu, denen die Route ans Herz wuchs. Entsprechend groß war das Interesse am Einweihungsakt am Samstag, zu dem auch Landrat Thomas Gemke und Willi Niemann aus dem Vorstand der Westfälisch-Lippischen Mühlenvereinigung gekommen waren. 

Die Gäste - hier ein Mitglied des Mühlenvereins - fühlten sich wohl.

Niemann hielt eine launige Kurzlaudatio auf Platt auf seine Freunde in Evingsen, denn auch sie haben sich im Zuge der Routen-Planung den Mühlenfreunden angeschlossen.

Spaziergang

Beim ersten Spaziergang entlang der informativen Tafeln hielt sich Friedrich-Wilhelm Klinke bewusst kurz, denn am Hurk warteten zur Feier des Tages Kaffee und Kuchen auf die zahlreichen Besucher. Wer mehr über die Drahtindustrie im Springertal wissen möchte, kann die Route entweder eigenständig erkunden oder sich führen lassen. Am kleinen Heimatmuseum, der mit einem authentischen Innenleben ausgestatteten Drahtrolle Hurk, wird das Projekt nun fortgesetzt:

Drahtrolle Hurk

Sie soll aufbereitet werden, Toiletten und eine Trinkwasserentnahmestelle bekommen. Denn das Springerquell-Wasser hat nicht nur die Zöger ernährt - es schmeckt auch ganz köstlich!

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