Flüchtlinge

Offene Fragen: Sozialausschuss informiert sich über Flüchtlinge

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Er kümmert sich: Der Syrer Shahin Arabo (links) macht ein Praktikum beim Abwasserwerk. Rund 400 Geflüchtete leben derzeit in Altena, von vielen weiß die Stadt nicht, was sie zurzeit tun.

Altena - Erst sechs Mal hat Altenas Sozialausschuss seit der Kommunalwahl 2014 getagt, das Thema Flüchtlinge stand 2015 zum letzten Mal auf der Tagesordnung. Am Mittwoch informierte Agnes Goniwiecha ausführlich über den Stand der Dinge.

Diskutiert wurde nicht über das, was die Fachbereichsleiterin vortrug, die Politiker beschränkten sich auf ein knappes Lob an sie und ihre Mitarbeiter und vor allem auch an die ehrenamtlichen Flüchtlingsbetreuer. 

Dabei warf der Vortrag durchaus die eine oder andere Frage auf – vor allem deshalb, weil er keinen Gesamtüberblick gab. Denn: Einigermaßen genaue Angaben kann Goniwiecha nur über exakt 159 Geflüchtete machen, die die Stadt zum Stichtag 1. November in 43 von ihr angemieteten Wohnungen untergebracht hat. 

Insgesamt leben nach Schätzungen der Verwaltung aber 400 Geflüchtete in Altena. 250 sind anerkannt und fallen damit in die Verantwortung des Jobcenters, Was mit denen sei, erfahre sie nicht, erklärte Goniwiecha – „das fällt unter Datenschutz“. Damit ist auch unklar, was diese Flüchtlinge zurzeit so tun. Die Stadt weiß von 19, die in Arbeit oder Ausbildung vermittelt werden konnten. 

Über ein Viertel der Flüchtlinge in Altena sind minderjährig

Die Sprachkurse beim Stellwerk haben zurzeit etwa 25 Teilnehmer, 15 Geflüchtete besuchen einen berufsbezogenen Integrationskurs der VHS. Dann gibt es noch Integrationskurse in der Regie des Jobcenters – wie viele Flüchtlinge dort betreut werden, ist bei der Stadt nicht bekannt. 

Komplett sind dafür die Angaben über Schulbesuche: Deutlich über 25 Prozent der in Altena lebenden Flüchtlinge sind minderjährig. 40 besuchen die Grundschule, 54 besuchen im Gymnasium die Integrationsklassen oder (wenn die Sprachkenntnisse das schon zulassen) den Regelunterricht. Sechs minderjährige unbegleitete Flüchtlinge leben in einer betreuten Wohngruppe und besuchen Berufskollegs. 

Goniwiecha geht von 80 Prozent bleibender Flüchtlinge aus

Natürlich gibt es auch in den Kindergärten Flüchtlingskinder – wie viele, das ist nicht bekannt. Von den 159 Flüchtlingen in den von der Stadt angemieteten Wohnungen sind übrigens 87 noch „im laufenden Verfahren“. Das bedeutet, dass über ihren Asylantrag noch nicht entschieden ist. Nur für diese Gruppe erhält die Stadt Zuschüsse nach dem Asylbewerberleistungsgesetz. Bei sieben weiteren ist der Asylantrag zwar abgelehnt, ihr Aufenthalt wird aber geduldet. 

Für 65 weitere ist das Asylverfahren abgeschlossen, ohne dass man bei der Stadt genau weiß, mit welchem Ergebnis. Auf Schätzungen beruht nach Angaben Goniwiechas die von ihr am Mittwoch genannte Bleibeperspektive: Sie geht davon aus, dass von den 159 derzeit von der Stadt betreuten Geflüchteten gut 80 Prozent in Deutschland bleiben können.

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