Das öffentliche Leben in der Stadt ruht bis auf wenige Ausnahmen

Läden dicht - Eiscafés geschlossen

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Chefin Tatjana Alemanno schleppt selbst Stühle ins Cappuccino an der Kirchstraße 1: Auch die Eisdiele ist von der Schließungsverfügung betroffen. Bis auf weiteres können Altenaer das Eiscafé nicht mehr ansteuern.

Altena –  Am Mittwoch flossen Tränen. „Es geht doch um unsere Existenz!“ – Wie oft Kerstin und Michael Sonntag vom Ordnungsamt diesen Satz am Mittwoch gehört haben, „wir wissen es nicht“. Doch die beiden Stadtmitarbeiter hatten die schwierige Aufgabe, von „Geschäft zu Geschäft zu gehen und die neue Allgemeinverfügung der Stadt in Kraft zu setzen.“ Seit etwa 12 Uhr hat nach ihrem Rundgang in der Stadt so gut wie kein Geschäft mehr geöffnet.

 „Ich habe das noch nie erlebt, dass so etwas angeordnet wurde. Die Fassungslosigkeit der Händler kann ich gut nachvollziehen“, sagte Michael Sonntag. Und während er noch Papierkram ausfüllte, half seine Ehefrau Kerstin beispielsweise vor dem Eiscafé von Gianpaolo Alemanno (Cappuccino) an der Kirchstraße 1 in Höhe der Mittleren Brücke Tische und Bänke ins Geschäft zurück zu tragen. Denn: Die auf einem Erlass von Ministerpräsident Armin Laschet verschärften örtlichen Vorgaben gelten „bis auf Weiteres, mindestens jedoch bis in die Osterwoche.“

Was dann kommt, kann noch niemand sagen. Bereits am Dienstag hatten viele Einzelhändler der zentralen Innenstadt ihre Geschäfte ab dem Nachmittag geschlossen. Mit Aushängen und kurzen Info-Blättern baten sie ihre Kunden um Verständnis für diesen Schritt. Er könnte nicht der letzte, drastische Einschnitt ins Alltagsleben sein. Noch immer schwebt über allem die mögliche Gefahr einer Ausgangssperre. Ob es wirklich dazu kommt – offen!

Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein: „Ich verstehe die existenziellen Sorgen von Einzelhändlern, die von den Schließungen und Einschränkungen zum Teil in drastischer Form betroffen sind. Es wird derzeit an der Unterstützung seitens des Staates gearbeitet, die meines Erachtens auch erforderlich ist. Dennoch gilt: Zusammen sind wir stark! Die Eindämmung beginnt mit jedem von uns und unserem Verhalten. Unsere Konsequenz entscheidet. Unser größter Feind ist nicht das Virus. Es ist die Inkonsequenz derjenigen von uns, die sich nicht an das Gebot der weitgehenden sozialen Isolation halten.“ Obwohl viele Altenaer zurzeit Radio hören und sich fortlaufend im Fernsehen informieren, hilft auch das Rathaus gerne fernmündlich weiter, so gut es geht.

Ulrike Anweiler, Ordnungsamt: „Wir werden uns bemühen, das Rathaus weiterhin für wichtige Dinge geöffnet zu halten. Wie schon der Bürgermeister ausgeführt hat, bitte vereinbaren Sie jedoch zwingend Termine, da einige Mitarbeiter der relevanten Dienststellen aufgrund von Urlaub oder Kinderbetreuung nicht verfügbar sind.“ Hollstein abschließend: „Die Öffnungszeiten unseres Bürgerbüros haben wir von Montag bis Freitag auf die Zeit von 9 bis 12 Uhr eingeschränkt.“

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