Oberbürgermeisterwahl in Dortmund

Unterschiedliche Prognosen für Hollstein

Dr. Andreas Hollstein, scheidender Bürgermeister von Altena, greift für die CDU jetzt offiziell nach dem Oberbürgermeister-Stuhl in Dortmund.
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Dr. Andreas Hollstein, scheidender Bürgermeister von Altena, greift für die CDU jetzt offiziell nach dem Oberbürgermeister-Stuhl in Dortmund.

Altena - Der WDR hat Infratest Dimap damit beauftragt, in 1000 Telefonaten mit Dortmundern deren Ansichten zur Kommunalwahl abzufragen. 36 Prozent sprachen sich für den SPD-Kandidaten Thomas Westphal aus und je 24 Prozent für Hollstein und die grüne Bewerberin Daniela Schneckenburger.

Ganz anders das Ergebnis einer weiteren Umfrage, die die Dortmunder Ruhrnachrichten und das Lokalradio 91.2 am Donnerstag präsentierten und die ebenfalls auf etwa 1000 Telefoninterviews basiert. Forsa kommt auf 36 Prozent für Westphal und 31 Prozent für Hollstein, Schneckenburger landet mit 19 Prozent deutlich abgeschlagen auf Platz drei. Ähnliche Werte lieferte eine Umfrage, die die beiden Medien im Mai durchführen ließen.

OB-Wahl Dortmund: Umfrage mit Telefoninterviews

Hollstein gibt sich gelassen: „Genaueres wissen wir am Wahlabend“, sagte er in einem Telefonat mit dem AK und wies auch darauf hin, dass die Telefon-Interviews für die Umfrage der Ruhrnachrichten und des Lokalradios erst am vergangenen Wochenende geführt worden seien. Damit sei diese Umfrage aktueller als die des WDR.

In einem immerhin sind sich die Demoskopen einig: Am 13. September kommt keiner der drei Kandidaten auf über 50 Prozent der Stimmen. Es wird damit am 27. September zu einer Stichwahl kommen. Gut möglich, dass sich die Dortmunder Wähler dann zwischen Westphal und Hollstein entscheiden müssen.

OB-Wahl Dortmund: Grüne als Zünglein an der Waage?

Das Zünglein an der Waage wären dann die Wähler der Grünen. Das war schon 2014 so, als es zu einer Stichwahl zwischen dem Dortmunder Noch-OB Ullrich Sierau (SPD) und seiner damaligen Herausforderin Annette Littmann (CDU) kam, die Sierau mit äußerst knappem Vorsprung gewann. Die Dortmunder Grünen fühlten den beiden Bewerbern damals bei einer Podiumsdiskussion auf den Zahn, konnten sich anschließend aber zu keiner klaren Wahlempfehlung durchringen. Deswegen sei offen, ob man ein solches Verfahren ein weiteres Mal anwenden würde, heißt es aus Kreisen der Dortmunder Grünen, wo man auch darauf hinweist, dass es eher wenig programmatische Übereinstimmungen mit der CDU gebe. Der als eher links geltende Kreisverband hat lange an seinem Programm für die Kommunalwahl gearbeitet, es umfasst 80 eng beschriebene Seiten.

Wie es die Dortmunder Grünen mit Hollstein und der CDU halten, wäre auch dann von Bedeutung, wenn der Altenaer tatsächlich als Gewinner aus der Stichwahl hervorginge. Bei den Umfragen wurde nämlich auch nach der Zusammensetzung des nächsten Dortmunder Rates gefragt. Dabei kam die SPD auf 33 Prozent, der CDU werden 28 Prozent zugetraut und den Grünen 19 Prozent. Wer auch immer Dortmunder Oberbürgermeister wird, er wird keine Hausmacht haben und auf eine Zusammenarbeit mit anderen Ratsfraktionen angewiesen sein. Diese Situation ist Hollstein nicht fremd: Im derzeitigen Altenaer Rat hat die CDU auch keine Mehrheit, sie kooperiert deshalb mit den Grünen.

OB-Wahl Dortmund: Viele noch unentschlossen

Apropos Altena: Da hat sich Hollstein bis einschließlich 25. September Urlaub genommen, um sich voll in den Wahlkampf stürzen zu können. Gestern war er im Straßenwahlkampf unterwegs.

Die Mobilisierung der Dortmunder Wähler muss allen Parteien ein wichtiges Anliegen sein: Nur 61 Prozent der Wahlberechtigten geben laut Forsa an, dass sie wählen wollen. Üblicherweise sind diese Umfragewerte vor einer Wahl immer höher als die tatsächliche Beteiligung am Wahlabend. Deshalb gehen die Demoskopen davon aus, dass tatsächlich nur knapp die Hälfte aller Dortmunder Wahlberechtigten ihre Stimme abgeben werden.

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