Schornsteinfeger-Meister Stumpe wacht über Gesundheit der Bewohner

ALTENA ▪ Detlev Stumpe steigt vielen Altenaern regelmäßig aufs Dach. Sie sind dem Fachmann dafür dankbar, denn als Bezirksschornsteinfegermeister wacht Stumpe seit vielen Jahrzehnten so auch aktiv über Leben und Gesundheit der Hausbewohner.

Auch ihn haben natürlich die Meldungen der vergangenen Tage aufgeschreckt. Wie ausführlich berichtet, sorgten vermutlich defekte oder schlecht gewartete Heizungen zum Beispiel in Hamm für den tragischen Tod von zwei Menschen. Stumpe: „Es ist viel darüber geschrieben und gesagt worden. Das möchte ich nicht wiederholen. Trotzdem rate ich: Ganz wichtig ist die regelmäßige Wartung einer jeden Heizung vor der Heizperiode durch einen autorisierten Fachmann.“ Als Schornsteinfeger halten er und seine Kollegen zudem ein waches Auge auf den Zustand der Kamine. Denn auch ist Thema: Vogelnester haben in einem Fall einen Kamin regelrecht zugesetzt und weil sie deshalb nicht zogen, auch für schwere Rauchvergiftungen gesorgt.

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In diesem Fall kann Stumpe die Altenaer aber beruhigen: „In den meisten Fällen sind dafür Dohlen verantwortlich. Die gibt es aber so gut wie gar nicht hier bei uns in Altena“. Allerdings hat er Kunden, zum Beispiel am Knerling, schon geraten, doch besser ein so genanntes Dohlengitter auf den Kamin zu schrauben. „Da kommt dann kein Vogel mehr rein.“

Viele seiner Kunden ärgerten sich schon mal über den regelmäßigen (kostenpflichtigen) Besuch des Schornsteinfegers, das sei ihm wohl bekannt. Aber die Messungen, die sie in den Kaminen und Wärmestellen vornähmen, seien einfach zwingend notwenig. „Der Sicherheit wegen.“

Altbau-Bewohner müssen im Übrigen nicht mehr Sorge um ihre Gesundheit haben, als Häuslebauer, die erst frisch eingezogen sind. „Defekte Kamine oder Zug-Probleme sind damit nicht ursächlich eine Sache von Alt- oder Neubau“, sagt Stumpe. Jedem Kunden werde ein Messprotokoll übergeben, „stimmt etwas nicht, gibt es die Auflage, sofort einen Fachmann zu Rate zu ziehen“, da gibt es für den Schornsteinnfeger „null Spielraum.“

Ansonsten rät er schon einmal zu Twistern, der Volksmund würde wohl „Abgasventilatoren“ dazu sagen. „Besonders bei Bewohnern im Dachgeschoss kann es schon mal Probleme beim Abzug geben. Dann bleibt nur, den Kamin zu verlängern, oder so einen Twister oben drauf zu setzen, der dann die Luft verwirbelt.“

Der Bezirksschornsteinfeger rät ansonsten zur Anschaffung von Rauchmeldern. Die seien recht günstig im Handel zu haben. „Die retten Leben und wir haben nun mal nur eines.“

Von Johannes Bonnekoh

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