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NRWs bester Mechaniker kommt aus dem MK

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Von: Thomas Bender

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Schweißen will gelernt sein – vor allem dann, wenn es sich um hochtemperaturfeste Chrom/Nickel-Legierungen handelt.  Jonathan Groß  weiß, wie es geht. Er ist landesbester Auszubildender im Beruf Konstruktionsmechaniker.
Schweißen will gelernt sein – vor allem dann, wenn es sich um hochtemperaturfeste Chrom/Nickel-Legierungen handelt. Jonathan Groß weiß, wie es geht. Er ist landesbester Auszubildender im Beruf Konstruktionsmechaniker. © Bender, Thomas

95 von 100 Punkten hat er geschafft: Der beste Azubi zum Konstruktionsmechaniker kommt aus dem MK. Er arbeitet in einer besonderen Firma.

Altena – Es ist eine dieser Altenaer Firmen, durch deren Hallen ein besonderer Wind weht: Als „Pillinge“ verstehen sich die Mitarbeiter der Kesselfabrik Pilling in der Nette. Viele von ihnen sind seit Jahrzehnten dort beschäftigt – eine eingeschworene Gemeinschaft, die jetzt Grund zum Feiern hatte.

Ihr Kollege Jonathan Groß schloss seine Ausbildung zum Konstruktionsmechaniker so erfolgreich ab, dass er als landesbester Auszubildender in diesem Beruf ausgezeichnet wurde. 95 von 100 möglichen Punkten wurden mit der Note 1,5 belohnt.
„Konstruktionsmechaniker stellen Stahl- und Metallbaukonstruktionen her“, erklärt die Bundesarbeitsagentur. „Dazu fertigen sie mithilfe manueller und maschineller Verfahren einzelne Bauteile, zum Beispiel aus Blechen, Profilen oder Rohren, und montieren diese“, heißt es auf deren Homepage.

Jonathan Groß (links) ist landesbester Auszubildender im Beruf Konstruktionsmechaniker. Mit ihm freut sich Betriebsleiter Thomas Theofel von der Firma Pilling in Altena.
Jonathan Groß (links) ist landesbester Auszubildender im Beruf Konstruktionsmechaniker. Mit ihm freut sich Betriebsleiter Thomas Theofel von der Firma Pilling in Altena. © Bender, Thomas

Glühmuffel zum Härten von Schrauben

Jonathan Groß stellt gerade eine Glühmuffel her – eine mehrere Meter lange Röhre aus Metall, die zum Härten beispielsweise von Schrauben benötigt wird. Eine Aufschrift auf dem Material zeigt, dass hier kein 08/15-Blech verbaut wird: VDM steht dort geschrieben. „Wir stellen hochtemperaturbeständige Konstruktion her“, erklärt Pilling-Werkleiter Thomas Theofel. Dazu werden Chrom/Nickel-Legierungen benötigt – „und die zu verarbeiten, ist wirklich schwierig“, betont Theofel.

Was, wo, wie passieren muss, entnehmen Groß und seine rund 40 Kollegen in der Produktion detaillierten Konstruktionszeichnungen der Arbeitsvorbereitung.

Bauingenieur war nichts für ihn

Erst sah es gar nicht danach aus, als würde Groß eine Ausbildung in der Industrie machen: Nach dem Abitur am Burggymnasium begann der 24-jährige Altenaer ein Studium im Bauingenieurwesen, „aber das war nichts für mich“, sagt er. Also wurde bei der Suche nach einer gewerblichen Ausbildung bei Pilling angefragt. Freunde und Verwandte hatten das Unternehmen empfohlen.

Bei Pilling gibt es nichts von der Stange, alle Produkte sind Einzelanfertigungen. „Dadurch erwarten einen immer wieder neue Herausforderungen, es ist wirklich alles total abwechslungsreich“, schwärmt Groß.

Firma will ihn halten

Dass die Firma Pilling einen so guten Mitarbeiter weiterbeschäftigen will, liegt auf der Hand. Mehr noch: Sie unterstützt ihn auch, was seinen weiteren beruflichen Werdegang angeht. In zehn Monaten will Groß sich zum Techniker im Fachbereich Maschinenbau weiterbilden – auf einer Abendschule und damit berufsbegleitend. Dabei helfe die Firma, verspricht Theofel. „Wir wollen ihn unbedingt behalten.“

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