Die Landtagskandidaten im Märkischen Kreis - Wahlkreis 121

Oliver Held kandidiert für die Grünen - Politik mit Seitenwind

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Eine große Leidenschaft von Oliver Held sind englische Fernsehserien. Seit 2004 sammelt er die DVDs. Alles fing mit „Little Britain“ an

Altena - Wir stellen in ausführlichen Portraits die sieben Kandidaten für den Landtagswahlkreis 121 (Märkischer Kreis I) vor: an dieser Stelle Oliver Held von den Grünen.

Oliver Held sieht die Sache gelassen: Es gebe „ein gewisses Risiko“, dass er die Schule nach der Landtagswahl im Mai an den viel zitierten Nagel hängen müsse. Unter seinem persönlichen Motto „Zuhören, Anpacken“ stellt er sich bei der Landtagswahl am 14. Mai im Wahlkreis 121 (MK I) für „Bündnis 90/Die Grünen“ dem Votum der Wähler - jedoch: Auf eine gute Absicherung über die Reserveliste hat der Altenaer verzichtet.

Er müsste das Mandat also direkt gewinnen, will er den Einzug ins Düsseldorfer Parlament schaffen. Dass er dabei gegen Mandatsinhaber wie die beiden Iserlohner Michael Scheffler (SPD) und Thorsten Schick (CDU) antreten muss, dürfte die Sache nicht eben erleichtern. Aber Held ist überzeugt. „Politik mit Rückenwind kann jeder.“ Er trete auch „mit Seitenwind“ an. Held, Jahrgang 1970, bezeichnet sich als Kommunalpolitiker mit Leib und Seele. 1989 zog er erstmals in den Rat der Burgstadt ein; da war er noch Schüler des Burggymnasiums.

Ganz schön lange her

Das sei „ganz schön lange her“, sagt Held mit einem Lächeln. Doch die Arbeit im Stadtparlament bildet nicht seine einzige politische Erfahrung. 15 Jahre lang hatte er einen Sitz im Präsidium des Städte- und Gemeindebundes, und saß darüber hinaus zehn Jahre im Lüdenscheider Kreistag, darunter fünf Jahre als Fraktionsvorsitzender. Der Altenaer bekennt sich ausdrücklich zum „Subsidiaritätsprinzip“, will sagen: „Vor Ort sollte geregelt werden, was vor Ort geht...“ Da gelte auch die schöne Aussage: „Ich kenne meinen Ratsherren, ich rufe den mal an.“ Zuhören können und den Menschen mit seinem jeweiligen Anliegen ernst zu nehmen, das sei ihm wichtig. Sein Lebensweg bis hin zum jetzigen Beruf verlief nicht klassisch-geradlinig, aber das findet der Landtagskandidat gar nicht schlimm. „Es hat sich alles gut gefügt“. Nach dem Abitur am Burggymnasium hatte er zunächst ein Jurastudium begonnen. Dann aber folgten viele Jahre, in denen er bei der Post als Zusteller arbeitete.

Als Postler gearbeitet

Zu jener Zeit habe er viel über die Burgstadt und ihre Menschen gelernt. Aber wie kam er zu seinem heutigen Beruf als Pädagoge? „Letztlich über die Städtepartnerschaft mit Blackburn“, erinnert sich Held. Bei einer Chorfahrt, er war damals Kulturausschussvorsitzender, wurde er in Blackburn angefragt, wie es um den Gegenbesuch des englischen Chores stehe. „Da kann ich bei helfen“, habe er gesagt und so begann eine intensivere Auseinandersetzung mit der englischen Sprache. Held war 35 Jahre alt, als er sich dann entschloss, ein Studium des Englischen und der Sozialwissenschaft aufzunehmen. Heute ist er als Lehrer in der Nachrodter Sekundarschule am Holensiepen tätig, verheiratet und Vater zweier Jungen, 13 und 15 Jahre alt. Zum Haushalt gehören ferner Golden Retriever Watson und Kater Filou. „Watson hat akzeptiert, dass der Kater der Chef ist“, scherzt Held.

Klassenzimmer

Aber zurück zur Lage: „Ich bin in sechs Minuten im Klassenzimmer - es hat sich alles gut gefügt“, bekräftigt der Grünen-Kandidat. Von seinem Garten im Behördenviertel kann er einen unverbaubaren Blick auf die Burg genießen. „Das ist im Sommer mein Lieblingsplatz“ – ausgestattet mit einem Glas Rotwein und einem guten Buch, gebe es hier eine besondere Atmosphäre. „Altena ist schön“, bekennt Held seine Liebe zur Burgstadt. Aber: Es sei einfach eine neue Erfahrung für ihn, sich jetzt dem Votum der Wähler für ein Mandat in Düsseldorf zu stellen. „Landtag, das kenne ich noch nicht, das habe ich noch nicht gemacht.“ Gesetzt den Fall, Held schafft den Einzug ins Düsseldorfer Parlament, wo lägen seine Schwerpunkte?: „Wenn ich freie Auswahl habe, würde ich in den Petitionsausschuss gehen.“

Themenvielfalt

Zum einen wegen der Themenvielfalt, zum anderen, weil ihm Moderation oder Mediation bei Problemen liege. Interessant vielleicht der Zusatz „eher nicht Schule“. Der Grünen-Kandidat will sich aber auch für Kommunen einsetzen, „damit sie wieder besser wirtschaften können.“ Mit Blick auf die Großstädte im Land fügt Oliver Held hinzu: „Hier gilt es Ungleichgewichte eindämmen.“

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