November so golden wie der Oktober

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Blumen gießen im November, das hat Seltenheitswert. ▪

ALTENA ▪ Dietmar Flusche beobachtet das Wetter seit vielen Jahrzehnten. Er kennt sich aus mit Sonne, Regen und Schnee. Und der ehemalige Hauptamtsleiter weiß auf Anhieb, wann der bisher letzte Regen in der Stadt fiel: „Das war am 11. Oktober, also vor mehr als vier Wochen.“ Von Johannes Bonnekoh

Der November ist aktuell so golden, wie sonst der vielfach gepriesene Oktober. Kein Regen. Kein Schnee. Dafür angenehme Temperaturen mit Sonne satt, hier und da mal Nebel, aber das kennt jeder im Tal der Lenne.

Sorgen um die Trinkwasserversorgung in den nächsten Wochen und Monaten sind aber aktuell für Altena, gar ganz Südwestfalen, nicht angebracht. Die Fuelbecke vor den Toren der Stadt hat ein Volumen von 80 Prozent der möglichen Vollstauwassermenge. Im Langzeitmittel, so ergab eine Rückfrage beim zuständigen Sachbearbeiter des Ruhrverbandes, Stefan Klahn, „liegt die Talsperre zur Zeit sogar bei 122,12 Prozent über dem langjährigen Jahresmittel. Rekord“, sagt der Fachmann. Aus Sicht des Ruhrverbandes sei deshalb alles in bester Ordnung. Normalerweise sei der Wasserstand um diese Jahreszeit deutlich weiter unten. „Wir hatten ein trockenes Frühjahr, aber einen total nassen Sommer.“

Der 43-jährige Bauingenieur hat täglich mit den Talsperren des Sauerlandes zu tun, er arbeitet in der Leitzentrale des Ruhrverbandes in Essen. Dort laufen alle Messpegel und Bilder zusammen, wird der Abfluss und die Abgabe des Wassers gesteuert. An Regen, so sagt der Ingenieur, mangele es der Region entlang der Lenne normalerweise nicht. Hier fielen schon mal 100 bis 112 Liter pro Quadratmeter in einem normalen November. Aber bis dato gab es keinen einzigen Tropfen, außer eben an jenem Dienstag, dem 11. Oktober. Aber auch da fielen nur etwa sieben Liter pro Quadratmeter, wie eine Rückfrage beim Deutschen Wetterdienst am Kahlen Asten in Winterberg ergab, wo alles fein säuberlich festgehalten wird.

Hobby-Wetterfrosch Dietmar Flusche hat in seinem großen Garten in den vergangenen Tagen „gepflanzt und einige Sträucher gesetzt.“ Dass er die seitdem ausreichend gießen musste – mitten im November, „das hab’ ich noch nie erlebt“, sagt der Altenaer. Soweit er seine Aufzeichnungen im Kopf habe, sei das der wärmste, sonnigste und regenärmste November seit Jahrzehnten.

Und wie gehen die Altenaer mit dem fehlenden Regen um? Ein kurzer Streifzug über den Markt brachte das wenig überraschende Ergebnis, dass die meisten angesprochenen Frauen und Männer mit der neuen, sonnigen Situation sehr gut umgehen können. Nur ein einziger Gesprächspartner wünschte sich „es sollte mal wieder so richtig schütten.“

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