Notzarztbörse weitere sechs Monate im Einsatz

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Nahid Kaviani (hier mit Rettungsassistent Tim Rösner) ist eine der Ärztinnen, die von der Notarztbörse nach Altena vermittelt wurden.

Altena - Seit Dezember kümmern sich über eine sogenannte Notarztbörse engagierte Mediziner um die notärztliche Versorgung in Altena und Nachrodt-Wiblingwerde. Sie sitzen in der Feuer- und Rettungswache und rücken mit dem Notarzteinsatzfahrzeug aus, wenn ihre Hilfe gebraucht wird.

Die Notarztbörse ist ein in Pogeez (Schleswig Holstein) ansässiges Unternehmen, das innerhalb kürzester Zeit Ärzte auf Honorarbasis zur Verfügung stellen kann. Es wurde eingeschaltet, als das St. Vinzenz-Krankenhaus am Abend des 19. Dezember mitteilte, dass es ab 20. Dezember keinen Notarzt mehr stellen werde. 

Mit Hilfe des Unternehmens gelang es dem Märkischen Kreis, die Versorgung nahezu nahtlos aufrecht zu erhalten. Der Kreis ist in den kleineren Kommunen Träger der Rettungsdienste. Damals wurde ein Vertrag geschlossen, der bis Ende Juni läuft. 

Bisher keine Alternative

Im Moment gebe es in der Kreisverwaltung konkrete Überlegungen, ihn (zunächst bis zum Jahresende) zu verlängern, sagte am Dienstag Ursula Erkens, die Pressesprecherin des Kreises. 

Grund dafür: Eine Alternative konnte bisher noch nicht gefunden werden. Außerdem bezeichnen Fachleute das in Altena angewendete System als optimal, weil es sehr schnelle Einsatzzeiten garantiert. Altena ist nicht die einzige Kommune, in der es kein Krankenhaus gibt und in der deswegen nach anderen Lösungen gesucht werden musste. 

Beispiel Volmetal: Dort sorgt nach Angaben von Erkens das Lüdenscheider Klinikum für die notärztliche Versorgung. Dort ist ein Notarzteinsatzfahrzeug samt Fahrer stationiert, das den Notarzt bei Bedarf nach Meinerzhagen oder Kierspe bringt. 

Zusammenarbeit ist nicht billig

Es gibt im Volmetal aber auch niedergelassene Ärzte, die die erforderliche Zusatzqualifikation haben und gelegentlich als Notarzt einspringen. Ein ähnliches System wird in Balve praktiziert. 

Billig ist die Zusammenarbeit mit der Notarztbörse nicht: Der Kreis gab die Kosten für den Ende 2017 abgeschlossenen sechsmonatigen Vertrag mit 300.000 Euro an. Wenn man bedenkt, dass dafür rund um die Uhr ein Arzt zur Verfügung steht, relativiert sich das. 

1800 Euro für einen Einsatz

Außerdem: Der Rettungsdienst ist gebührenfinanziert. Damit sollen seine Kosten so kalkuliert sein, dass sie kostendeckend sind. Deshalb wurden sie erst zum Jahreswechsel angepasst, dabei wurden die Kosten für den Einsatz eines Notarztes um 65 auf 298,80 Euro erhöht. 

Und das ist noch nicht alles: Wenn der Arzt kommt, sind meistens auch ein Rettungswagen und ein Notarzteinsatzfahrzeug unterwegs. Die werden gesondert berechnet, sodass die Krankenkassen für einen Rettungsdiensteinsatz inzwischen knapp 1800 Euro zahlen müssen.

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