Für den Notfall: Wehr erkundet den Stollen

ALTENA ▪ Die neue Drehleiter, der Rüstwagen, ein Tanklöschfahrzeug, Notarztauto und RTW – Großaufgebot der Feuerwehr gestern Früh auf der Lenneuferstraße. Doch die neun Frauen und Männer, die unter Leitung von Udo Winter, dem Chef der Hauptamtlichen Wehr, unter den Augen der Öffentlichkeit agierten, waren nur vorsorglich ausgerückt.

„Wir machen uns im ehemaligen Luftschutzstollen kundig, schauen der Fachfirma beim Entnehmen der Gesteinsproben über die Schulter und erfassen die Baustelle“, erläuterte Winter. Er möchte es nicht erleben, dass die Feuerwehr zu einem Einsatz im Stollen oder im Burg-

innenhof gerufen würde, wo ebenfalls gebohrt wird, und die Helfer stünden dann vor dem Problem, sich erst orientieren zu müssen. Deshalb werden heute und morgen die nächsten beiden Wachabteilungs-Teams ebenso vor Ort geschult.

Ohne Helm geht kein Feuerwehr in einen „Berg“ – und ohne Helm geht auch im alten Stollen nichts. Dort arbeiten drei Facharbeiter der Firma CDM und haben bisher etwa 17 Meter des Burgberges von hier aus angebohrt. „Damit ist ein Drittel geschafft“, bilanzierte Thorsten Trapp, der als Geologe die Arbeiten überwacht.

Alles laufe bisher voll nach Plan, sagt der Fachmann, der neben Grauwacke natürlich auch den so für die Region typischen Schiefer in den 100 Zentimeter langen „Stangen“, die das Bohrgut enthalten, begutachtet.

Obwohl der Bohrer sanft läuft, ganz ohne Kraft geht es zumindest im Bohrsektor Luftschutzstollen nicht. Und so klangen gestern immer wieder laute Hammerschläge über die Baustelle, als die Facharbeiter leere gegen volle Bohrstangen in das Gerät einfügten.

Ruhig, sachte und mit wenig Lärm geht es dagegen im Burghof zu. Von hier hat ein ebenfalls dreiköpfiges Team schon 47 Meter durch den Berg getrieben. „Wir sind etwa auf der Hälfte“, so Trapp. Befürchtungen von Udo Winter, es gebe beim Bohren solche Erschütterungen, dass die sehr empfindliche Brandmeldeanlage der Burg anspringe, konnte er aber entkräften. „Das passiert garantiert nicht.“ In rund zehn Tagen sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

von Johannes Bonnekoh

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