Notdienst-Apotheke: Ab Januar weitere Wege

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ALTENA ▪ Kranke kommen nicht zur Ruhe. Nach der Reform des ärztlichen Notdienstes Anfang des Jahres folgen jetzt erneute Veränderungen beim Apothekennotdienst. Sie treten schon am 1. Januar in Kraft, eine Information der Öffentlichkeit hat die Apothekenkammer bisher nicht für nötig erachtet.

Mit Beginn des Jahres 2012 werden die bisherigen Notdienst-Bezirke abgeschafft. Es gilt dann – vereinfacht ausgedrückt – , dass kranke Menschen im Umkreis von 15 Kilometern wenigstens eine dienstbereite Apotheke finden sollen. Gemessen wird die Luftlinie. Das führt dazu, dass an manchen Tagen für die Altenaer die Blasius-Apotheke in Balve die nächste dienstbereite Apotheke sein wird oder ihnen ansonsten Fahrten in die Hagener Innenstadt zugemutet werden.

Das seien aber Einzelfälle, betont Bahnhofs-Apotheker Dirk Voss und weist darauf hin, dass es auch Verbesserungen gebe. So fällt die Bären-Apotheke in Lüdenscheid-Brügge, die bisher regelmäßig im Altenaer Notdienstkalender auftauchte, aus dem Raster, dafür kommen zum Beispiel die aus der Burgstadt schnell erreichbaren Hohenlimburger Apotheken neu hinzu.

Neu ist auch, dass manche Apotheken mehr Dienste machen müssen als andere – Lüdenscheider Apotheker seien öfter an der Reihe als ihre Altenaer Kollegen, hat Voss herausgefunden. Tatsächlich hat zum Beispiel im Januar nur an vier Tagen jeweils eine der Altenaer Apotheken 24 Stunden-Dienst, bisher waren wenigstens sechs Dienste pro Monat für die Altenaer Apotheker vorgesehen. „Eigentlich lege ich gar keinen Wert darauf“, sagt Voss zu dieser Entlastung – in 25 Berufsjahren habe er sich längst an die regelmäßigen Nacht-Dienste gewöhnt.

Zwei Gründe sprechen nach Ansicht der Apothekerkammer für die Veränderungen. Da ist zum einen die Belastung der Apotheker durch die Nachtdienste, zum anderen die rückläufige Zahl derjenigen, die den Notdienst in Anspruch nehmen. „Recht ruhig“ sei es in der Regel, wenn er nachts Bereitschaft habe, bestätigt Voss. An den Sonntagen verzeichne er etwas mehr Zulauf.

Auffällig ist, dass es offensichtlich keinerlei Koordinierung des ärztlichen Notdienstes mit dem der Apotheken gibt. Früher haben Mediziner und Pharmazeuten in Altena von sich aus darauf geachtet, es den Patienten möglichst leicht zu machen – wenn Frank Killing in der Rahmede Notdienst hatte, war oft genug auch die dortige Sternapotheke dienstbereit.

Demnächst wird es so sein, dass Patienten aus Altena nach dem Besuch der ärztlichen Notdienstpraxis im Klinikum Hellersen an manchen Tagen entscheiden müssen, ob sie ihr Rezept in Meinerzhagen, Hemer oder Hohenlimburg einlösen – was natürlich in jedem Fall einen erheblichen Umweg auf dem Nachhauseweg bedeutet.

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