In Altena und Nachrodt

Notbetreuung: Mehr als die Hälfte der Kinder in der Kita 

Hohe Nachfrage nach Notbetreuung
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Keine Seltenheit: Volle Kita-Garderoben trotz Notbetreuung

60 bis 85 Prozent der Kinder kommen - trotz Notbetreuung: Das zeigt eine Stichprobe in den Kitas in Altena und Nachrodt.

Altena/Nachrodt – Seit Anfang der Woche läuft in den Kindertagesstätten die bedarfsorientierte Notbetreuung. Inzwischen scheint sich die Bedarfsregelung gut eingespielt zu haben. Neu ist in erster Linie, dass Eltern ihr Kind jetzt für die Betreuung anmelden müssen.

„Bedarf für einen Kita-Platz hatten unsere berufstätigen Eltern schon in den vergangenen Monaten“, berichtet Leiterin Odette Klenke von der Johanniter-Kita in Altroggenrahmede. Jetzt müssten sie ihren Bedarf eben jede Woche bekannt geben. Nicht nur für die Eltern, auch für die Kita-Fachkräfte ist das ein zusätzlicher Verwaltungsaufwand.

Eltern zeigen sich dankbar

Die Eltern nehmen das aber hin und wissen das stetige Engagement der Kita-Teams zu schätzen, heißt es aus den Johanniter-Kitas: Ein Vater schrieb dem Team der Kita Altroggenrahmede zum Beispiel „Danke, dass Sie immer für uns da sind“, als er den Betreuungsbedarf seines Kindes per E-Mail anmeldete.

Neu ist neben den Anmeldungen auch, dass die Kitas inzwischen mit Corona-Selbsttests versorgt werden, die die Kinder zuhause machen können. Wie in allen Johanniter-Kitas sprechen die Mitarbeiter auch in Altena mit Eltern und Kindern über diese Möglichkeit.

Selbsttests: Beratungsbedarf bei Eltern

„Einige Mütter hatten sie erst kritisch hinterfragt, wir weisen dann aber stets auf die Freiwilligkeit hin, und jetzt nehmen alle Eltern die Sets gerne mit nach Hause“, sagt Karina Lazar, Leiterin der Johanniter-Kita Zwergenburg. Auch die Fragen der Kinder beantworten die Erzieherinnen und sprechen mit ihnen viel über Corona.

Der Betreuungsbedarf sei indes seit Montag (26. April), seit dem die Notbetreuung gilt, fast unverändert. „Es kommen vielleicht ein oder zwei Kinder weniger als in den Wochen davor“, so Johanniter-Sprecherin Sabine Eisenhauer. Der Bedarf variiere von Woche zu Woche.

Zwergenburg: 85 Prozent der Kinder kommen

Abhängig sei er zum Beispiel von den Homeoffice-Angeboten der Arbeitgeber. In der dreigruppigen Kita Zwergenburg nehmen laut Eisenhauer derzeit rund 60 von 70 Kindern die Notbetreuung in Anspruch. Die Auslastung liegt demnach bei gut 85 Prozent. In Altroggenrahmede sind es etwas weniger: Dort werden von 50 Kindern 30 bis 35 betreut. Das entspricht 60 bis 70 Prozent.

Etwas weniger ist in der Kindertageseinrichtung Fibs in Nachrodt los, berichtet Leiterin Karin Haarmann. Seit Montag werden im Schnitt etwas mehr als 50 Prozent der 68 Kinder betreut. Einige Gruppen wie die Schulanfänger oder Inklusionskinder sind ohnehin von der Notbetreuung ausgenommen. Sie dürfen normal kommen.

Bedarf eine „Vertrauenssache“

Für die meisten anderen ist die schriftliche Erklärung der Eltern notwendig. „Sie versichern uns damit, dass sie keine andere Betreuungsmöglichkeit haben“, erklärt Haarmann. „Natürlich ist das auch eine Vertrauenssache.“

Die kurzfristige Entscheidung für die bedarfsorientierte Notbetreuung sei für Haarmann und ihr Team kein großes Problem gewesen. „Inzwischen haben wir Souveränität bei den spontanen Umstellungen erlangt“, so die Kita-Leiterin.

Fibs-App erleichtert Organisation

Davon abgesehen habe man einen großen Vorteil gehabt: nämlich die Fibs-App, über die man die Eltern schnell informieren konnte. Auch das Anmeldeformular ist darüber abrufbar. Jeden Freitag wird es in der Einrichtung abgegeben, sodass die Erzieherinnen den Betreuungsbedarf für die nächste Woche planen können.

Schnelltests sind in der Einrichtung in Nachrodt kein großes Thema. Befürchtungen, die Tests, bei denen ein Abstrich im vorderen Bereich der Nase gemacht wird, könnten die Kinder traumatisieren, „sind nicht angeklungen“, sagt Haarmann. „Die Eltern lassen sich von uns erstmal alles erklären. Wenn wir die Fragen beantworten können, nehmen die meisten das Paket mit nach Hause und machen dort in Ruhe den Abstrich.“ Neue Entwicklungen der Pandemielage im Märkischen Kreis lesen Sie in unserem Live-Ticker.

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