Der Notarzt ist ‘was anderes

ALTENA - „Notarzt und ärztlicher Notdienst sind ganz unterschiedliche Dinge“ betont Udo Winter, der Leiter der Feuer- und Rettungswache. Aus Gesprächen im Bekanntenkreis weiß er, dass mit der Reform des ärztlichen Notdienstes manches Definitionsproblem verbunden ist: „Die Leute wissen nicht mehr, wann sie wo anrufen müssen.“

Worum es geht, macht Winter gerne an einem Beispiel deutlich: „Wenn jemand starke Bauchschmerzen hat, dann ist das ein Fall für den ärztlichen Notdienst. Wenn damit aber Bewusstseinsstörungen verbunden sind, dann muss der Notarzt kommen“. Das bedeutet: 112 wählen – dann rückt der Notarztwagen aus und bringt innerhalb weniger Minuten einen St. Vinzenz-Arzt zum Patienten.

Zipperlein

Natürlich rät Winter nicht dazu, wegen jedem Zipperlein den Feuerwehrnotruf zu nutzen. „Aber besser einmal zu viel die 112 wählen als einmal zu wenig“, meint er. Die Notrufe gehen an die Kreisleitstelle, dort sitzt geschultes Personal. In der Regel handelt es sich um Rettungsassistenten, die durch gezielte Fragen herausfinden, ob wirklich der Notarzt kommen muss oder ob es sich um einen Fall für den ärztlichen Notdienst handelt.

Den erreicht man seit Monatsbeginn unter der Nummer 0180-5044100. Die Erfahrung der vergangenen Wochenenden hat gezeigt, dass man hier nicht immer sofort durchkommt und die Wartezeiten bis zum Eintreffen des Mediziners erheblich sein können.

Langes Warten

Die für das Notdienstwesen zuständige Kassenärztliche Vereinigung hat deshalb inzwischen darauf hingewiesen, dass dort nur derjenige anrufen soll, der unbedingt zuhause besucht werden muss. Wer noch fahren oder sich fahren lassen kann, soll eine der Notdienstpraxen in Lüdenscheid (Kreiskrankenhaus) oder Iserlohn (Elisabeth-Krankenhaus) aufsuchen. Dazu ist eine Anmeldung nicht erforderlich. Sie sind von Freitag, 18 Uhr, bis Montag, 8 Uhr, durchgängig besetzt.

vonThomas Bender

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