Das gab es noch nie in Altena: Zweiter Parteiloser will Bürgermeister werden

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Gerhard Rösner (58) will Bürgermeister werden.

Altena – Es gibt diesmal gleich zwei parteifreie Bürgermeister-Kandidaten für Altena: Neben Volker Spitz will auch Gerhard Rösner auf den Chefsessel - mit einer außergewöhnlichen Idee.

Der 58-Jährige stellt seine Kandidatur unter das Motto „Sauberkeit, Ordnung, Sicherheit“ – und kürzt das mit SOS ab. Für einen solchen Notruf sei es höchste Zeit, meint der gebürtige Altenaer: „Es tut weh zu sehen, wie die eigene Stadt vor die Hunde geht“. 

Wehmütig blickt der Kandidat zurück auf seine eigene Jugend und auf die Amtszeit von Günter Topmann, der von 1970 bis 1999 Bürgermeister war. „Er war immer für uns Jugendliche da.“ Im Jugendzentrum, damals noch im heutigen Stadtwerkegebäude untergebracht, und im Schwimmbad am Linscheider Bach sei immer viel los gewesen.

„Jetzt passiert hier gar nichts mehr“, sagt Rösner. Er will deshalb für neue Impulse in der Jugendarbeit sorgen. „Ein Billardtisch reicht nicht“, sagt Rösner. Im JuZ29 müsse ein Programm geboten werden, das die Jugendlichen erreicht. 

Tauchzentrum auf Winkelsen-Brache

Weitaus ambitionierter ist das, was Rösner für die Industriebrache am Winkelsen plant: Dort soll ein Tauch- und Schwimmzentrum mit einem Tauchturm und einem 90 Meter langen Becken entstehen, mit Tiefgarage und angeschlossenem Hotel. 

Die Brache am Winkelsen

Wenn er diesen Plan nicht als Bürgermeister umsetzen könne, dann als Privatmann, sagte Rösner im Gespräch mit unserer Zeitung. Erste Kontakte zur EU seien bereits geknüpft, außerdem habe es Gespräche mit potenziellen Investoren gegeben.

Rösner geht davon aus, dass ein solches Projekt sich positiv auf die Innenstadt auswirken würde. Es sei dringend erforderlich, gegen die Leerstände anzugehen. Er habe viele Bekannte, sagte Rösner. 

Hotspot gegen Laden-Leerstand

Sicherlich lasse sich der eine oder andere dazu bewegen, einen Laden in der Innenstadt anzumieten, wenn dort wieder mehr Leben herrschen würde. „Dafür braucht die Stadt einen Hotspot wie das Tauch- und Schwimmzentrum.“ Von den politischen Parteien hat bisher nur die CDU einen Kandidaten benannt, nämlich Uwe Kober. 

Rösner ist nach Volker Spitz der zweite parteilose Bewerber. Er lasse sich nicht gerne gängeln, sagt der Altenaer. „Die Farbe der Fahne ist egal, es geht um die Sache.“ Rösner arbeitet zurzeit in einer Sicherheitsfirma. 

Gelernt hat er Drahtzieher, arbeitete aber später als Berufskraftfahrer. Seine große Liebe gehört dem Tauchsport, er war immer wieder als Tauchlehrer tätig: „Durch meinen Beruf als Fernfahrer und Tauchlehrer weiß ich, mit Verantwortung umzugehen“, sagt er. 

Altena liebenswert machen

Schließlich müsse er in beiden Funktionen für die Sicherheit anderer Menschen einstehen. Es sei ihm klar, dass auf den nächsten Bürgermeister viel Arbeit warte, sagte Rösner: „Ich werde mich der Verantwortung stellen.“ Wichtigstes Ziel müsse es sein, aus Altena wieder eine schöne und liebenswerte Stadt zu machen. 

Dass sich Menschen ohne Parteibuch um das Bürgermeisteramt bewerben, ist eher selten. In Altena geschah das bislang erst ein einziges Mal, und zwar im Jahr 2004. Damals kandidierte Berthold Wagner, der sich später als Poetry-Slamer einen Namen machte. Auch in einer Fernsehshow („Ich kann Kanzler!“) wirkte er mit. 

Er erhielt bei der Wahl schließlich 5,24 Prozent der Stimmen und lag damit noch vor Oliver Held von den Grünen (4,14 Prozent) und dem FDP-Kandidaten Stefan Merz (4,01 Prozent). Überlegener Sieger auch dieser Wahl war Dr. Andreas Hollstein (CDU) mit 64,69 Prozent. Kay Kürschner erhielt als SPD-Kandidat mit 21,92 Prozent die zweitmeisten Stimmen.

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