Trinkwasser ist top 

Altena – Nitrat im Grundwasser, seine Gefahren und die möglichen Ursachen durch die Landwirtschaft: Das Thema Trinkwasser wird derzeit viel diskutiert. Die Stadtwerke Altena beziehen ihr Trinkwasser aus der Fuelbecke-Talsperre und aus der Springerquelle. Die gute Nachricht: Die Nitratwerte im Leitungswasser liegen weit unter den Richtwerten.

„Die Stadtwerke Altena weisen durch eine Vielzahl von Untersuchungen diesen hohen Qualitätsstandard nach“, betont Ralf Berlet, Leiter für Versorgungsnetze bei den Stadtwerken. Zum Hintergrund: Der Nitratgehalt von Trinkwasser darf nach der deutschen Trinkwasserverordnung 50 Milligramm pro Liter nicht überschreiten. Warum? Weil es sonst zu einem Gesundheitsrisiko kommen kann. Im Magen kann Nitrat in Nitrit umgewandelt werden – zusammen mit Proteinen können krebserregende Stoffe entstehen. Außerdem kann Nitrit den Sauerstofftransport im Blut von Säuglingen blockieren, sodass diese „von innen“ ersticken, erläutert der Umweltschutzverband VSR-Gewässerschutz.

 Gefahren, die in unserer Region jedoch nicht bestehen, wie Michael Brosch, Vorstandsmitglied des Wasserbeschaffungsverbandes Lüdenscheid, sagt. Ralf Berlet betont: „Trinkwasser ist für den leiblichen Genuss vorgesehen. In Ergänzung mit einer gesunden Ernährung wird dem menschlichen Körper alles zugeführt, was für ein gesundes Wohlbefinden nötig ist.“

 Der Jahresmittelwert an Nitrat lag im Jahr 2018 im Altenaer Trinkwasser bei 13 Milligramm pro Liter – bei einem erlaubten Grenzwert von 50 Milligramm pro Liter. Einmal pro Monat wird das Wasser unangekündigt kontrolliert und gehört damit zu den am strengsten kontrolliertesten Lebensmitteln in Deutschland.

Außerdem stehen Wasserversorger in der Regeln in engem Kontakt zu Landwirten. Die Landwirtschaft wird durch das Ausfahren von Gülle und anderen Düngern als möglicher Verursacher für hohe Nitratwerte im Grundwasser genannt. Im Märkischen Kreis sei das aber völlig unkritisch, erklärt Brosch. Wasser aus dem Kran zu trinken, ist daher auch in Altena grundsätzlich völlig unbedenklich und vor allem günstiger als abgefülltes Mineralwasser. Nur 2,14 Euro werden für 1000 Liter fällig, während im Supermarkt schon ein Liter rund 30 Cent kostet. Für 1000 Liter Supermarkt-Wasser bezahlt man demnach etwa das 140-Fache. „Umgerechnet auf eine handelsübliche Mehrwegflasche Mineralwasser von 0,7 Litern ergibt sich ein Preis von etwa 1,8 Cent pro Kiste“, rechnet Berlet vor. „Dabei wird das Trinkwasser noch frei Haus geliefert und steht jederzeit genussbereit zur Verfügung.“

 Auch CO2 kann durch den Verzicht auf abgefülltes Wasser eingespart werden. Trotz der trockenen Sommer in den vergangenen beiden Jahren konnten die Fuelbecke-Talsperre und die Springer-Quelle die Burgstadt mit Wasser beliefern. Allerdings „wirkt sich die warme Witterung natürlich auch auf unsere Wassergewinnungsanlagen aus“, sagt Berlet von den Stadtwerken. Insbesondere die Fuelbecke-Talsperre sei durch starke Verdunstungsverluste betroffen gewesen. „Durch ein intelligentes Wasserverteilungsmanagement ist es dennoch gelungen, den Wasserbedarf durch unsere Eigenanlagen decken zu können.“

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