Evingsens Ortsvorsteher Thomas Schmitz will jetzt Gespräche führen

Nichts mehr los im Naturfreundehaus: Spurensuche nahe der Springer Quelle

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Das Naturfreundehaus in Evingsen liegt brach.

Altena - Es ist ruhig geworden um die Naturfreunde-Ortsgruppe Evingsen: „Leider ist der Kontakt derzeit nicht vorhanden“, schreibt Sascha Sonnwald vom Landesverband auf die Frage nach dem Schicksal des alteingesessenen Vereins. Und: „Wir wissen leider auch nicht, was mit dem Naturfreundehaus Springer Höhe passiert ist. Ich weiß nur aus anderen Anfragen, dass es derzeit nicht vermietet wird“.

Gerade wegen dieses leerstehenden Naturfreundehauses an der Husstadt, einer kleinen Straße nahe der Springer Quelle, bedauert der Evingser Ortsvorsteher die Entwicklung. „Das Haus war ja immer gut besucht“, weiß Thomas Schmitz. Er hat sich inzwischen an den Landesverband gewandt und auch Kontakt zu Herbert Bahnsen aufgenommen.

Dieser Evingser kümmerte sich über Jahrzehnte um das Haus. Deutlich über 100.000 DM investierte der Verein in seiner Amtszeit als Hauswart in die Immobilie. Unter anderem wurden damals das Dach und die Waschräume erneuert, auch ein Kanalanschluss war fällig. 

Bis 2003 war Bahnsen auch Vorsitzender des Ortsvereins. Dann gab er das Amt an Andreas Pfeiffer ab. In den Folgejahren war dann von den Naturfreunden immer weniger zu hören. 

Kein Anschluss (mehr) unter dieser Nummer...

Inzwischen sei Pfeiffer wohl aus Evingsen weggezogen, meint Schmitz.  Das Naturfreundehaus steht leer, unter der im Häuserverzeichnis der Naturfreunde angegebenen Telefonnummer heißt es, dass der Anschluss nicht mehr vergeben sei. 

Die Naturfreunde verstehen sich als Teil der Arbeiterbewegung und als eine Art Gegenentwurf zu bürgerlichen Wandervereinen wie dem SGV und vor allem dem Deutschen Alpenverein. „Berg frei“ lautet der Gruß der Organisation, ihr Emblem (zwei ineinander verschränkte Hände vor Alpenrosen) wurde in abgewandelter Form auch von der SED verwendet.

In der Präambel zu ihrer Satzung heißt es bis heute, die deutschen Naturfreunde seien „den Idealen des demokratischen Sozialismus verpflichtet“.

Übernachten kostete zuletzt 9,50 Euro die Nacht

Mit Politik hatten die Evingser Naturfreunde allerdings nie besonders viel am Hut. Im Gegenteil: „Von Gott geschrieben“ sei das „Buch der heiligen Natur“, heißt es auf einer großen Inschrift auf der Fassade des Naturfreundehauses.

Der Hauptaugenmerk des Vereins galt gelegentlichen Wanderungen und vor allem dem Naturfreundehaus, in dem sie besonders günstige Unterbringungsmöglichkeiten boten – 9,50 Euro pro Person kostete zuletzt die Übernachtung. 

Letzte Nutzer des Hauses waren unzufrieden

In elf Zimmern stehen 34 Betten zur Verfügung, es gibt zwei Waschräume mit jeweils zwei Duschen. Das Angebot wurde gerne von Gruppen genutzt, die unter sich bleiben wollten: Es handelte sich um ein reines Selbstversorgerhaus, die Gäste mussten sich also selbst um die Verpflegung kümmern. 

Dafür stand ihnen eine gut ausgestattete Küche zur Verfügung. Allerdings: Die letzten Berichte über Aufenthalte, die aus dem Jahr 2017 stammen, beklagen einen schlechten Pflegezustand. 

Viele Spinnweben seien zu sehen gewesen und Essensreste unter den Betten gefunden worden, heißt es in Google-Rezensionen. Auch die Außenanlagen machen inzwischen einen ungepflegten Eindruck und der Briefkasten quillt über.

Das müsse ja nicht unbedingt so bleiben, meint Schmitz. Der Ortsvorsteher denkt über weitere Gespräche mit dem Landesverband nach und würde mit dem zusammen gerne alle Evingser zu einem Gespräch einladen, díe sich für die Reaktivierung des Hauses interessieren könnten.

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