Nicht nur der Bundespräsident kommt nach Altena

Jahresrückblick: Besucher und Besuche

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Am 13. März 2018 waren Bundespräsident Frank Walter Steinmeier und Ministerpräsident Armin Laschet in Altena zu Gast.

Altena - Eigentlich bekommt man ja gerne Besuch. Und wenn es dann auch noch so prominenter ist wie der am 13. März 2018, dann darf sich eine Stadt wie Altena natürlich völlig zu Recht geschmeichelt fühlen. An diesem Tage beehren Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und NRW-Ministerpräsident Armin Laschet die Burgstadt.

Weil’s ein offizieller Staatsbesuch ist, müssen Bürger dafür schon das ein oder andere Opfer bringen. Busse dürfen nicht fahren, sodass Schulkinder nicht nach Hause kommen, Autofahrer werden über eine Stunde lang auf Supermarktparkplätzen festgehalten und manche Mutter schafft es nicht zum Kindergarten.

Thema des Besuchs ist natürlich Altenas Umgang mit den Flüchtlingen. Mit denen und mit den Kümmerern anderen sprechen Steinmeier und Laschet hinter verschlossenen Türen, die übrigen Altenaer müssen draußen bleiben. 

Das gilt auch, als die Gäste dann noch einen Abstecher in jenen Imbiss unternehmen, in der im November 2017 der Angriff auf Hollstein erfolgt, der Altena und seinen Bürgermeister endgültig ins Scheinwerferlicht rückt.

Wegen der Flüchtlinge kommt wenige Tage vor Steinmeier und Laschet auch Heimatministerin Ina Scharrenbach in die Burgstadt – sie weiht die Begegnungsstätte freiheit26 ein, deren Sinnhaftigkeit inzwischen (und damit reichlich spät) von Teilen der Altenaer Kommunalpolitik in Frage gestellt wird.

Bundespräsident Steinmeier zu Besuch in Altena

Wegen der Flüchtlinge wäre uns kurz vor Weihnachten auch noch ein Besuch des Deutschlandbeauftragten des UN-Flüchtlingshilfswerks beschert worden, wenn an diesem Tag nicht die Bahn gestreikt hätte:

Und: Der Bürgermeister ist wegen seiner Mission nicht nur Gastgeber, sondern ganz oft auch Gast. Er spricht beim Katholikentag über Altena, die Flüchtlinge und den Angriff auf ihn. Er ist bei der Uno in New York und zuletzt bei einer Veranstaltung des Un-Flüchtlingshilfswerks UNHCR in Genf.

Kurz zuvor hat diese Organisation den Altenaer Bürgermeister mit der Nansen-Medaille ausgezeichnet, was zweifellos eine große Ehre ist. Sie wird an Einzelpersonen oder Organisationen vergeben, die sich um die Sache der Flüchtlinge besonders verdient gemacht haben.

Hollstein holt die Auszeichnung im Oktober in Berlin ab und macht in diesem Zusammenhang gleich noch einen Abstecher zu einem Polit-Talk im Schloss Bellevue, wo er aber nach Beobachtung der Welt aber gar nicht recht zum Zuge kam. 

Auch beim „Chor des Hasses“ tritt Hollstein auf und bei der ein oder anderen Talkshow. Thema eines (nach Mitternacht ausgestrahlten) Dokumentarfilms ist er auch.

Aber: Ist das wirklich alles? Längst hat es den Anschein, als reduziere sich das Selbstverständnis dieser Stadt auf dieses eine Thema Flüchtlinge und als werde sie von außen auch nur noch deshalb wahrgenommen. Das nervt, und zwar nicht nur mich.

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