Krankenhaus, Toom und Flüchtlinge

Hollstein bei Neujahrsempfang den Tränen nahe

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Trotz der schlechten Straßenverhältnisse war der Neujahrsempfang gut besucht. 

Altena - Bei seiner 17. Neujahrsansprache wäre Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein am Sonntag, 8. Januar, um ein Haar von Tränen übermannt worden – so nahe gehen ihm die Schließung des Krankenhauses und die Schicksale der Mitarbeiter.

Von einem „Jahreswechsel in Moll“ sprach Hollstein aber nicht nur wegen des Krankenhauses, sondern auch wegen der Genehmigung des Windparks auf dem Kohlberg. Sie ist in seinen Augen rechtsfehlerhaft. Gemeinsam mit anderen Gegnern werde die Stadt in Kürze darüber beraten, welche juristischen Schritte jetzt einzuschlagen seien. Hinnehmen werde man diese Planung nicht.

Auch die bevorstehende Schließung des Toom sei natürlich keine gute Nachricht. „Wir hatten das allerdings kommen sehen“, sagte Hollstein. Deswegen sei das Nahversorgungszentrum Rahmede genehmigt worden. Das ändere aber nichts daran, dass es auch eine innerstädtische Versorgung mit Lebensmitteln geben müsse. Die könne aber nicht von der Stadt geschaffen werden – er selbst sei als Geschäftsführer eines Supermarktes ebenso ungeeignet wie die Ratsfrauen als Kassenkraft, scherzte er. Alle Hoffnungen ruhten jetzt auf den Investoren, die sich für das Stapel-Center interessieren.

Zum Jahreswechsel in Moll gehören für den Bürgermeister auch der Terroranschlag in Berlin und die Kriegsgräuel im Irak, in Syrien und in manchen afrikanischen Ländern. „Dort wird ein trauriges Bild der Menschheit gezeigt“, sagte er und erneuerte einmal mehr seine Überzeugung, dass es Aufgabe aller zivilisierten Staaten sei, in solchen Situationen Flüchtlingen Schutz zu gewähren. Das vergangene Jahr habe gezeigt, dass diese Flüchtlinge ein Gemeinwesen wie die Stadt Altena auch bereichern könnten.

Hollstein appellierte an die Besucher der Neujahrsempfangs, trotz der schlechten Nachrichten nicht in Katastrophenstimmung zu verfallen: Die Stadt habe schon Schlimmeres überstanden Feuersbrünste zum Beispiel und die Pest. „Versuchen wir deshalb, Trauer und Wut in Engagement für unsere Stadt umzuwandeln“.

Viel Beifall erhielt Hollsein für seine Ausführungen zu den bevorstehen Wahlen: Es gehe diesmal nicht darum, ob eine Partei drei Prozent mehr oder weniger bekomme, sagte er. „Diesmal geht es darum, ob wir die Bundesrepublik so, wie wir sie kennen, bewahren wollen oder ob wir einen anderen Staat wollen“ sagte er mit Hinweis auf autokratische Tendenzen in Nachbarländern. „Machen Sie Wahlkampf für unser System“. lautete deshalb seine Bitte an die vielen Besucher des Empfangs.

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