„Wer nichts verändern will, verliert, was er bewahren will“

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Jan Hendrik Waschke (TSV), Martin Hammerschmidt (StR) und Stefan Rohde (MTV) wechselten sich mit der Moderation ab.

Altena - „Wer nichts verändern will, wird auch das verlieren, was er bewahren möchte.“ Das Zitat von Gustav Heinemann stand gestern immer wieder im Mittelpunkt des Neujahrsempfangs der drei Sportvereine TSV Altena, TV Städtisch Rahmede und MTV Altena, die im vergangenen Jahr ihre Kooperation besiegelten und für 2018 ihre Fusion planen. Ein Höhepunkt gestern in der Burg Holtzbrinck: die eindrucksvolle, witzige und auch tiefgründige Rede von Stefan Rohde über das Volk der Bedenkenträger.

„Wenn einer nichts hat, Bedenken hat er“, schmunzelte Stefan Rohde, der mit Jan Hendrik Waschke (TSV) und Martin Hammerschmidt (StR) die Gäste durch den abwechslungsreichen Vormittag begleitete. Eingesprungen für den verhinderten Jan Zanger, legte Stefan Rohde auf humoristische Weise den Finger in die Wunde („warum sollen wir etwas verändern, wenn es doch gut klappt“), sprach von Skeptikern und halbleeren Gläsern, von Ängsten, über den Tisch gezogen zu werden, aber auch von Menschen, die die Arme hochkrempeln, andere mitziehen und – wie bei der neuen Bogensportgruppe – etwas fast Unmögliches auf die Beine stellen. „Visionäre, Realisten, Bedenkenträger. Wir brauchen alle“, meinte Stefan Rohde und erntete nicht zu Unrecht einen riesigen Applaus.

Die etwa 100 Gäste aus allen drei Vereinen hörten gestern keine Lobhudelei auf das bisher Geleistete, sondern ehrliche Statements zum Stand der Dinge. 70 neue Mitglieder konnten die Vereine im vergangen Jahr gewinnen, die Vorstände besuchten ein Seminar zum Thema Kooperation/Fusion und es gab als „Meilenstein“ einen Workshop, an dem 50 Mitglieder teilnahmen. „Wir sind zufrieden mit dem vergangenen Jahr. Es hat uns aber auch gezeigt, dass wir noch nicht alle gewinnen konnten“, so Martin Hammerschmidt. Und es sind in erster Linie Ängste vor dem Identitätsverlust, die einige Mitglieder umtreiben. Die Risiken und Chancen einer Fusion werden auch in diesem Jahr weiter diskutiert – das Ziel klar vor Augen: gemeinsam einen starken, zukunftsträchtigen Sportverein für Altena zu schaffen. Um die gemeinsame Identifikation nach außen zu tragen, werden die drei Vereine mit 75 Teilnehmern im Juni gemeinsam zum Deutschen Turnfest nach Berlin fahren.

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