Keine evangelischen Kindergärten in Gefahr

Das Geld der evangelischen Kirche ist knapp - aber keine Kita ist in Gefahr!

ALTENA - Im Sommer wird die Landesregierung NRW das Kinderbildungsgesetz (KiBiz) überarbeiten. Die evangelische Landeskirche mahnt in diesem Zusammenhang eine einheitliche Finanzierungsregel für alle Träger an. Derzeit gelten die Kirchen als „reiche“ Träger.

Für ihre Kindertageseinrichtungen müssen sie zwölf Prozent Eigenanteil aufbringen, 88 Prozent werden staatlich finanziert. Alle anderen freien Träger zahlen lediglich neun Prozent Eigenanteil, werden zu 91 Prozent staatlich gefördert. Sie gelten als „arme“ Träger.

Die evangelischen Kindergärten vor Ort seien aber deshalb nicht in Gefahr. Das sagen Merle Vokkert, Pfarrerin der evangelischen Kirchengemeinde Altena, und Uwe Krause, Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde Evingsen und der evangelisch-reformierten Gemeinde Dahle. Allerdings fügt die Pfarrerin an: „Die Kirchenhaushalte werden enger. Die Ungleichbehandlung der Träger ist für mich fragwürdig.“ Den Personalsteigerungen könne man finanziell nur unter schwierigsten Bedingungen nachkommen. Zudem könnten Rücklagen, zum Beispiel für die Instandhaltung der Gebäude, nicht ausreichend gebildet werden. Sie mutmaßt, dass vermutlich mehr Mittel für soziale Brennpunkte bereit gestellt, damit aber die Grundprobleme einer gerechten Finanzierung nicht angepackt würden.

Die konstruktive und vertrauensvolle Zusammenarbeit der verschiedenen Träger im Familienzentrum Altena schätzt Uwe Krause als große Unterstützung für die kirchlichen Träger ein. „Außerdem haben wir in den letzten Jahren viel in die Substanz unserer Kindergärten in Dahle und Evingsen investiert.“ Klar sei aber, dass die evangelische Kirche sich überproportional engagiere und die Investionen in die kurze Kindergartenzeit, in „wenige Lebensjahre“, unverhältnismäßig hoch seien. Ein Argument für die künftige Senkung der Eigenanteile sei auch, dass nicht nur evangelische Kinder in deren Kindergärten kämen. „Die Religion ist ohnehin ein kleiner Baustein im Kindergartenalltag“, sagte Krause. - Von Kristina Köller

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