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Neues Zuhause auf Zeit: 160 Senioren ziehen in altes Krankenhaus

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Von: Hildegard Goor-Schotten

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Neue Bestimmung: Ins alte Krankenhaus St. Vinzenz in Altena ziehen 160 Senioren aus zwei Altenheimen.
Neue Bestimmung: Ins alte Krankenhaus St. Vinzenz in Altena ziehen 160 Senioren aus zwei Altenheimen. © Hilde Goor-Schotten

Es wird gestrichen, aufgebaut, eingerichtet: Der Umzug läuft auf Hochtouren. Denn bald ziehen 160 Senioren aus zwei Altenheimen im MK in ein eigentlich aufgegebenes Krankenhaus.

In der Kaffeeküche in der dritten Etage des ehemaligen Krankenhauses werden die letzten Ecken gestrichen. Ins Brummen des großen Reinigungswagens auf dem Flur mischt sich das Piepen der Brandmeldeanlage. Da läuft gerade die Überprüfung. Die IT-Experten sind unterwegs, um erste Computer auszupacken und anzuschließen. Währenddessen hieven ein paar hundert Meter weiter am Ellen-Scheuner-Haus die „Schlotmänner“ erstes Inventar in den Lkw. Es wird ernst mit dem Umzug des Alten- und Pflegeheimes.

Insgesamt 160 Bewohner, die in den beiden Einrichtungen des Perthes-Werkes in Altena und Neuenrade leben, müssen nächste Woche ihr gewohntes Umfeld verlassen und bis zum Sommer 2023 in ein neues Zuhause umziehen. In Altena haben Einrichtungsleiterin Petra Winkler und ihr Team alles daran gesetzt, das so schonend wie möglich über die Bühne zu bringen. Monatelange Planungen sind dem Umzug vorausgegangen. Wenn die Senioren ihre neuen Zimmer beziehen, sollen sie möglichst viel Vertrautes vorfinden.

Bunte Bilder für Wohlfühl-Atmosphäre

Noch sind die Handwerker im ehemaligen St.-Vinzenz-Krankenhaus unterwegs, aber gleichzeitig wird schon eingerichtet. „Wir fangen mit den Dingen an, die im Scheuner-Haus aktuell nicht unbedingt gebraucht werden“, erklärt Einrichtungsleiterin Petra Winkler, „große Büroschränke, ein Teil der Bestuhlung, ein PC, wo zwei nebeneinanderstehen.“

Fleißig gearbeitet wird aktuell noch an vielen Stellen im alten Krankenhaus St. Vinzenz in Altena.
Fleißig gearbeitet wird aktuell noch an vielen Stellen im alten Krankenhaus St. Vinzenz in Altena. © Hilde Goor-Schotten

In den kleinen Küchenbereichen stehen schon Spülmaschinen und Schränke bereit. Die Gardinen sind gewaschen, die Aufenthaltsräume vorbereitet. Großformatige Fotos bringen bereits Farbe in die Flure, und an den Türen hängen die Namensschilder der Bewohner.

Spediteur: Umzug von Altenheim neue Herausforderung

Ihre neuen Zimmer werden sich nur wenig von den jetzigen unterscheiden. „Wir werden die Möbel weitgehend so aufstellen, wie sie im Ellen-Scheuner-Haus auch stehen“, erklärt Geronto-Fachkraft Anja Bräuniger-Calitri, „und auch die persönlichen Dinge werden alle ihren Platz finden.“ Das wird alles Anfang der kommenden Woche ein- und ausgeräumt. Die Betten wird die beauftragte Spedition Schlotmann in hygienischen Spezialverpackungen transportieren.

Die Umzugsprofis von Schlotmann sorgen dafür, dass Mobiliar, Geräte und Technik aus dem Ellen-Scheuner-Haus ins alte Krankenhaus St. Vinzenz kommen.
Die Umzugsprofis von Schlotmann sorgen dafür, dass Mobiliar, Geräte und Technik aus dem Ellen-Scheuner-Haus ins alte Krankenhaus St. Vinzenz kommen. © Hilde Goor-Schotten

„Alles wird beschriftet, damit jeder seine persönlichen Dinge wieder bekommt“, sagt Petra Winkler. Mit rund zehn Mitarbeitern ist das Umzugsunternehmen im Einsatz. Mit Großumzügen beispielsweise von Firmen haben sie Erfahrung, aber: „Der Umzug eines kompletten Altenheimes ist auch für uns eine neue Herausforderung“, sagt Schlotmann-Chef Ralf von Heder. Von Vorteil sei, dass mit Karin Eckmann nicht nur eine Frau das Projekt leitet, sondern auch weitere Frauen im Team mit anpacken. „Das ist gerade für die Bewohnerinnen doch sehr angenehm.“

Zwischenlagerung bis 2023

Das sieht auch Petra Winkler so. Als sehr positiv bewertet sie zudem, dass das heimische Transportunternehmen die Möglichkeit bietet, momentan nicht benötigte Dinge bis 2023 einzulagern. „Unser großes altes Büffet aus dem Speisesaal, eine Standuhr oder Flipcharts müssen wir so nicht hin und her transportieren.“ Auch die Bewohner haben die Möglichkeit, beispielsweise Saisonkleidung einzulagern und bei Bedarf kurzfristig wiederzubekommen.

Organisieren den Umzug mit: Altenheim-Leiterin Petra Winkler (r.) und Geronto-Fachkraft Anja Bräuniger-Calitri aus dem Ellen-Scheuner-Haus in Altena.
Organisieren den Umzug mit: Altenheim-Leiterin Petra Winkler (r.) und Geronto-Fachkraft Anja Bräuniger-Calitri aus dem Ellen-Scheuner-Haus in Altena. © Hilde Goor-Schotten

Die Senioren selbst werden Anfang nächster Woche von den Mitarbeiterinnen des Scheuner-Hauses in ihr neues Zuhause gefahren. „Sie sollen die vertrauten Gesichter um sich haben. Die Ansprechpartner bleiben weitgehend gleich“, betont Anja Bräuniger-Calitri. Erstaunlich gelassen und ruhig würden die Bewohner dem anstehendem Umzug entgegen sehen. „Das Team und auch die Angehörigen sind eigentlich aufgeregter“, hat Petra Winkler festgestellt.

Friseursalon und schönes Umfeld

„Wenn die ersten Tage und das Wochenende vorbei sind, dann denke ich, haben wir es geschafft, dass alle angekommen sind“, meint die Einrichtungsleiterin: „Es ist ein temporäres Zuhause, das wir im Rahmen der Möglichkeiten schön gestalten möchten.“ Dazu gehört auch, dass ein Friseursalon eingerichtet wird und die Außenanlagen, die schon von Wildwuchs befreit sind, aber noch winterlich trist aussehen, hergerichtet werden. Auch in Neuenrade laufen die Vorbereitungen für den Umzug auf Hochtouren.

Das alte Krankenhaus war 2017 geschlossen worden und steht seitdem leer. Seitdem gab es einige Pläne für den Komplex an der Bornstraße - immer rund um die Medizin.

Allerdings lockte es immer wieder ungebetene Gäste an. Damit dürfte nun Schluss sein.

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