Stichwort Ausbildung: Arbeitsagentur holt Unternehmen im Rathaus an einen Tisch:

Neues Format für Altena gesucht

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Stefan Kemper, stv. Verwaltungschef Altena, Martin Döhler, Arbeitsagentur und Bürgermeisterin Birgit Tupat, Nachrodt. v.l.

Altena - „Neues Format für Altena und Nachrodt-Wiblingwerde gesucht!“ - Auf diesen einfachen Nenner bringt Martin Döhler, Arbeitsagentur, seine Initiative in Sachen Anwerbung junger Menschen, die in eine qualifizierte Berufs-Ausbildung eintreten sollen.

Rundum gibt es Ausbildungsbörsen, werben Firmen, Institutionen und Verbände in Zeiten sinkender Geburtenzahlen vermehrt um junge Mitarbeiter. „Altena und Nachrodt liegen geografisch günstig mitten im Märkischen Kreis. Auch hier sollten wir etwas tun“, so Döhler. Mit dieser Idee, „rannte“ er beim Handwerk, Gewerbe, in der Pflege und natürlich den mittelständischen Betrieben im wahrsten Sinne des Wortes „offene Türen“ ein.

Vertreter heimischer Unternehmen (hier nur ein kleiner Teil der Gruppe) traf sich gestern im großen Ratssaal zum Gedankenaustausch zum Thema Anwerbung neuer Auszubildenden für Handwerk, Pflege, Verwaltung und Industrie.

Denn längst suchen die Betriebe teils händeringend nach Nachwuchs-Kräften. Und obwohl die Ausbildungen bekanntermaßen gut organisiert und geplant werden: Sowohl von Firma Möhling, Dahle, Elmar Roder EP-Fachgeschäft, der Vereinigten Sparkasse im Märkischen Kreis und weiteren, namhaften Mittelständern, die gestern im Rathaus am Tisch saßen, gab es die übereinstimmende Auskunft: „Wir haben noch Ausbildungsstellen frei, auf denen die jungen Leute schon in wenigen Wochen durchstarten könnten.“

Wie orientieren sich Schüler?

Wie und ab wann orientieren sich Schüler? Welche Info-Wege gehen Heranwachsende? Welche Rolle spielen Schule und natürlich das Elternhaus, wenn es darum geht, diese Lebensentscheidung zu treffen, wie ich mein Geld verdienen möchte? Fragen, die das Rund intensiv in Anwesenheit von Arbeitsagentur, Handwerkskammer, SIHK und eben vielen, vielen Führungskräften aus den heimischen Mittelständlern zu ergründen suchte. Eine reine Altena/Nachrodt-Börse, ähnlich Karriere MK, wurde allgemein nicht favorisiert.

Schulen einbinden

Aber ein noch Mehr an Einbindung der Schulen am Ort und darüber hinaus, vielleicht sogar Thementage in den Firmen oder Tage der offenen Tür, bei denen die jungen Leute auch „arbeiten“, also selbst etwas mit ihren Händen tun könnten, wurden ins Spiel gebracht. Einig war sich die Runde, noch intensiver gemeinsam in die „Berufsanbahnung“ einzutreten. Kritik gab es an der Qualität vieler Ausbildungswilliger und einer oftmals erkennbaren „Null-Bock-Haltung“ - ,dann mach ich doch lieber noch ein Jahr Schule weiter’. In Altena gebe es 180 anerkannte Ausbildungsbetriebe, sagte Martin Döhler. Erst 100 Ausbildungsverträge seien bereits geschlossen, viele noch möglich.

Eltern sind wichtig

„Wir brauchen ein Format, eine Plattform, wie wir an junge Leute und ihre Eltern herankommen.“ Gestern war Auftakt des gemeinsamen Bemühens. Am Ende könnte zum Beispiel eine Unternehmens-Ralley durch Altena stehen oder - wie Gebäudereinigermeister Frank Kopatz sagte, eine Art „Speeddating“ in „neutralen Räumen zum gegenseitigen Kennenlernen.“ Bei Möhling ist ein Techday denkbar - „wir stellen fest, junge Leute wollen einen Beruf erleben“, sagte ein Personaler. Gestern wurde eine neue Ideenfindung angestoßen - die Arbeitsagentur wird weitere Vorschläge unterbreiten.

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