Eine Stechuhr für die Wehr-Einsätze

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Alexander Grass, Stefan Brockhaus und Udo Winter nahmen Schlüssel und Fahrzeugpapiere an Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein entgegen.  

Altena - Die Bezirksregierung wird nicht mehr monieren können, dass die Einsatzzeiten der Altenaer Feuerwehr nicht ausreichend für den Brandschutzbedarfsplan dokumentiert sind.

Das neue Hilfeleistungslöschfahrzeug, das Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein am Sonntag übergab, enthält eine elektronische Einheit, die genau erfasst, wann die Kräfte der Schnelleinsatzgruppe ein- und auschecken.

Ginge es nach der Arnsberger Behörde, so hakte die Feuerwehr erstmal ab, wann wer wo zum Einsatz gekommen ist. „Wie soll das gehen, wenn’s brennt und Menschen in Gefahr sind?“ fragte gestern Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein bei der Fahrzeugübergabe an Wache und Wehrleitung.

Die Erfassungseinheit, die per Chip das Eintreffen der Helfer erfasst, ist nicht die einzige Diensterleichterung: Zur Abnahme der beiden Leitern auf dem Dach muss keine Einsatzkraft mehr aufs Fahrzeug steigen, sondern die Hilfsmittel lediglich per Knopfdruck herunterfahren.

Brauchen die Helfer mehr als die 1200 Liter Wasser, die der Tank fasst, befüllt der sich bei Anschluss an eine Versorgungsstelle von selbst. Der Wasserdruck wird automatisch auf konstant gleichmäßiger Höhe gehalten - egal, wie viele Leitungen aufgedreht werden.

Der Diensthabende im Führerhaus kann auf dem Display des Tablet-PCs sehen, wo sich welche Hydranten in der Nähe befinden. Es verfügt zudem über die Rettungskarten der Altenaer Firmen und sämtlicher Fahrzeugtypen, so dass die Feuerwehrleute sehen können, wo zum Beispiel idealerweise die Rettungsschere angesetzt wird.

Das Fahrgestell des Mercedes Benz Atego wurde schon 2011 auf Bestellung einer anderen Feuerwehr von der Albert Ziegler GmbH gebaut, Weil die Firma zwischenzeitig in die Insolvenz geriet, sprang der Auftraggeber ab. Das hochmodern ausgerüstete Fahrzeug wurde von der zwischenzeitlich sanierten Firma als Vorführwagen zum kleineren Preis angeboten. Da schlug die Stadt Altena gern zu, weil dringend Ersatz für das Tanklöschfahrzeug 16/25 gebraucht wurde, das in Dahle stationiert und nicht mehr durch den TÜV gekommen war. Die Wache gibt ihr altes Hilfeleistungslöschfahrzeug nun an die Dahler ab. Die Kollegen haben die Ausstattung aus ihrem alten Gefährt gerettet und werden sie ihrem neuen Fahrzeug zukommen lassen.

Auf dem neuen Wachfahrzeug sind zwei Atemschutzeinheiten inbegriffen. Es verfügt über einen tragbaren Stromerzeuger und einen pneumatischen Lichtmast mit sechs Hochleistungs-LED-Flutlichtstrahlern, die über das Einsatzfahrzeug gespeist werden können, ohne die Batterie auszulaugen.

So viel technische Raffinesse bedeutet vor allem eins: „Üben, üben, üben!“ erklärte Hollstein, als er Schlüssel und Fahrzeugpapiere an die Wehrleiter Alexander Grass und Stefan Brockhaus, sowie Wachleiter Udo Winter übergab. Die dankten für die gute Unterstützung, auch in dieser finanziell schwierigen Zeit. Hollstein setzt mit der Übergabe auch ein Signal: „ Notwendige Anschaffungen zur Sicherheit der Bürger werden in Altena weiterhin getätigt. Auch, wenn das Land uns in diesem Moment ans letzte Hemd will!“

Von Ina Hornemann

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