Ein neues Tor zur Burg

Das alte Möbelhaus Hinne soll diesem Portal weichen.

ALTENA ▪ Das Büro „Projekt 2508“ aus Bonn hat den Wettbewerb „Erlebnis-Aufzug zur Burg Altena“ gewonnen. Das entschied das Preisgericht. Das Team um die beiden Geschäftsführer Ulrich Keinath und Hans-Helmut Schild hat unter anderem das viel gepriesene Konzept für das Neandertal-Museum geschaffen.

Und es hat Beziehungen zu Altena: Auch das neue Tourismus-Konzept, das in einigen Wochen vorgestellt werden soll, stammt aus der Feder der Bonner. Auf eine Lösung „aus einem Guss“ freute sich deshalb schon der Bürgermeister. Als die zehn Jurymitglieder sich bei nur einer Gegenstimme für den Entwurf von „Projekt 2058“ entschieden, kannten sie die Urheber noch nicht – alle acht Entwürfe waren anonymisiert worden.

Preisträger arbeitet auch am

Tourismuskonzept

Beeindruckt habe besonders die Lösung, die der Erstplatzierte für den Eingangsbereich gefunden habe, sagte die Jury-Vorsitzende Monika Müller-Rieger bei der Präsentation der Preisträger. Er schafft nämlich ein „neues Tor zur Burg“, das bewusst modern gehalten ist und nicht nur den Abbruch des Übergangswohnheimes, sondern auch des ehemaligen Möbelhauses Hinne erfordert. An dessen Stelle soll ein mehrere Meter hohes Portal aus Beton und Glas den Weg in den Stollen weisen, in dem blanker Fels sichtbar bleiben wird. Auch das sei ein Pluspunkt, meint Hartmut Welters, dessen Büro den Wettbewerb organisierte. Andere Entwürfe sehen vor, den etwa 170 Meter langen Weg zum Aufzug komplett mit Beton auszukleiden – das schafft für den Architekten aus Dortmund „das Ambiente eines Flugsteiges“.

Eine (virtuelle) Fledermaus wird vor den Besuchern flattern und sie von Station zu Station führen. Stadtbrände, Hochwasser, Draht natürlich – alles, was mit Burg und Stadt untrennbar verbunden ist, soll an verschiedenen Stationen visualisiert werden. Da steht Graf Eberhard dann auch schon mal bis zu den Knien im Wasser. Ein Vorteil dieses Konzeptes sei, dass man die Inhalte der Stationen von Zeit zu Zeit erneuern könne, erklärte der Bürgermeister vor den Plänen. Das sei nicht bei jedem Entwurf der Fall gewesen.

Bernsau rammt ein Schwert

in die Lenne

100-prozentig überzeugend war der Entwurf aber trotzdem nicht – er sei etwas zu „burglastig“, meinte der Bürgermeister und fügte hinzu, dass andere Wettbewerbsteilnehmer mehr Emotionalität geboten hätten. Auch die Anbindung an den Fluss (das Regionale-Projekt heißt schließlich „Wir holen die Burg ans Lenneufer“) sei von anderen überzeugender umgesetzt worden. Lutz Bernsau zum Beispiel pflanzte in seinem Entwurf in Höhe des Aufzuges ein gigantisches Schwert in die Lenne. Trotzdem landete sein Entwurf nicht unter den vier ersten, die mit insgesamt 15 000 Euro prämiert werden. So viel sei allein die Arbeitskraft wert, die in jedem der Entwürfe stecke, schätzte Welters am Rande der Präsentation.

Glaser: Altena entwickelt seinen Regionale-Beitrag

vorbildlich

Zu den Mitgliedern des Preisgerichts gehörte auch Dirk Glaser, der Geschäftsführer der Regionale 2013. „Vorbildlich“ sei das Vorgehen der Altenaer bei der Entwicklung ihres Regionale-Projektes, sagte er und lobte den guten Fortschritt, der hoffentlich bald mit der Vergabe des dritten Sterns und damit dem Beginn der Umsetzungsphase belohnt werde. Der Bürgermeister hatte den Bauzeitenplan genau im Kopf: „Wenn wir Anfang nächsten Jahres anfangen können, sind wir im Frühjahr 2013 fertig“. Wobei der Hinne-Abbruch übrigens sehr hilfreich wäre – die Felsmassen, die zur Erweiterung des Stollens und für den Aufzugschacht abgetragen werden müssten, ließen sich dann besser abtransportieren...

Von Thomas Bender

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