Neues Altenaer Buchprojekt über Frauen

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Trude Herling nutzte historische Zeitungsausgaben als Quellen für ihren Buchbeitrag.

ALTENA - Geht alles gut, könnte das neue Buch noch in diesem Jahr unter dem Weihnachtsbaum liegen. Anfang kommenden Monats gehen jedenfalls alle Manuskripte, Fotos und Zeichnungen des Werkes „Altenaer erlebte Frauengeschichte – Aus dem Dunkel ins Licht“, in die beauftragte Druckerei.

In Gemeinschaftsarbeit der VHS-Frauenwerkstatt mit Marlies van Gemert, der Gleichstellungsstelle mit Annette Wesemann und Stadtarchivarin Monika Biroth als Projektleiterin, entstand in den vergangenen Monaten ein Werk, das die wechselvolle Geschichte der Frau im hiesigen Raum beschreibt und reflektiert.

Das Altenaer Kreisblatt leistete dabei einen wesentlichen Recherche-Beitrag. Denn Trude Herling, die, wie zahlreiche andere Frauen an dem Buch mitarbeitete und unter anderem beim DRK, in der VHS-Frauenwerkstatt und im Team des Eine-Welt-Ladens tätig ist, fielen in ihrem Haus eher zufällig historische Ausgaben unserer Zeitung in die Hände. Die nutzte sie spontan zur Recherche und Abrundung ihres Beitrages. Auf den historischen AK-Seiten aus den Jahren 1890 und 1898 fand sie typische Anzeigen, die sich mit den damaligen Berufsbildern von Frauen beschäftigen. Unter dem Datum des 13. Juni 1890 war beispielsweise eine Annonce eines Industriellen abgedruckt, der „ein reinliches Dienstmädchen, welches mit einer Kuh umgehen kann“, suchte. Oder am 10. September 1898 in AK-Ausgabe Nummer 107 hieß es in einer Stellenanzeige: „Dr. Terbrüggen, Hagen, sucht ein in Küche und Hausarbeit erfahrenes Mädchen zum 1. Oktober“.

Viele verschiedene Autorinnen aus der Stadt Altena haben an dem neuen Buch mitgeschrieben. Sie beleuchten in ihren Beiträgen ganz intensiv die Stellung der Frauen und Mädchen in der Stadt und Region. Das geht über typische Frauenberufe des 18. Jahrhunderts über die sich stetig wechselnde Stellung in Haushalt, Familie und die Emanzipation.

Stadtarchivarin Monika Biroth ist sicher, ein lesenswertes Buch zu präsentieren, das in Text und Bild die Rolle der Frau an der Lenne informativ und spannend widerspiegelt.

Mehr als 100 Seiten im DINA 4 Format umfasst das Rohmanuskript, die Fotos und Zeichnungen nicht mitgerechnet. Biroth geht davon aus, dass daraus „ein ansprechend gestaltetes und layoutetes Werk wird, das man gerne in die Hand nimmt.“

Trude Herling: „Das Altenaer Kreisblatt ist schon seit vielen Jahrzehnten in unserer Familie“, die zufällig aufgetauchten historischen Ausgaben hätten ihr schon bei ihrer Recherche geholfen. Übrigens: Es ist einfach spannend, einen Blick in historische Zeitungen zu werfen, so, wie es unsere Mitarbeiterin Silvia Sauser regelmäßig samstags in der Rubrik „Altenaer Kreisblatt vor 100 Jahren“ tut. Großen Spaß macht es dabei, die Anzeigen zu studieren wie etwa eine kleine Werbezeile im Anzeigenteil vom 10. September 1898: Da fand Trude Herling dies: „Zum Damenfrisieren, Champonieren empfiehlt sich Frau A. Riek“ – auch dahinter steht natürlich wieder eine „reale“ Altenaer Frauengeschichte.

vonJohannes Bonnekoh

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