Ausschreibung spätestens Mitte Februar

Neuer Pfarrei-Chef: Warten aufs Bistum

Pfarrkirche St. Matthäus in Altena
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Die Pfarrkirche St. Matthäus in Altena (Archivbild).

Das Bistum Essen hat noch keine Fakten geschaffen in Bezug auf die Nachfolge von Pfarrer Ulrich Schmalenbach. Doch inzwischen drängt die Zeit. So soll es weitergehen.

Altena/Nachrodt – Pfarrer Ulrich Schmalenbach verlässt Altena schon zum 31. März. Einen neuen Pfarrer wird es nicht geben, so viel ist klar. Stattdessen soll es einen Personalleiter für die drei Gemeinden St. Matthäus (Altena), St. Theresia (Evingsen) und St. Josef (Nachrodt) geben. Dessen Stelle sollte eigentlich schon im Januar offiziell ausgeschrieben werden.

„Wir haben nach der Entscheidung des Bistums Mitte Dezember, Schmalenbach nach Lüdenscheid zu versetzen, die Gemeinde informiert“, kommentiert Dietmar Flusche, stellvertretender Vorsitzender des Kirchenvorstandes, die Entwicklungen. „Im Anschluss gab es eine Fülle von Anregungen und Wünschen aus der Gemeinde, weil wir ja künftig keinen eigenen Pfarrer mehr erhalten sollen. Das alles haben wir dem Bistum schriftlich übermittelt“, sagt der 70-Jährige. Essen haben den Empfang des Schreibens „auch sehr freundlich bestätigt.“ Das war es bislang.

Gespräche beim Bistum laufen

Das Bistum hat bislang noch nicht wieder reagiert. Deshalb aber von einer Hängepartie zu sprechen, weist der Personalreferent des Bistums, Dr. Kai Reinhold, im Gespräch mit unserer Zeitung zurück. „Wir sind im Gespräch mit den Pfarrgremien“, sagt er schmallippig. Allerdings bestätigte er, dass es von Seiten des Bistums bisher „noch keine Stellenausschreibung für die Position eines Pfarrleiters oder einer Pfarrleiterin gegeben hat“. Man befinde sich aber im Zeitplan, betont Reinhold. Die Ausschreibung sei für „Anfang der kommenden Woche, spätestens aber Mitte Februar geplant. Es gibt in dieser Angelegenheit also nichts Neues.“

Der Bischof setzt künftig in Altena auf eine „Teamlösung“. Es wird ab dem Frühjahr einen moderierenden Priester aus Werdohl oder Lüdenscheid geben, der die heiligen Messen feiert. Vor Ort wird ein sogenannter Pfarrleiter dann im Team mit weiteren hauptamtlichen Kräften – möglich sind ein Diakon oder eine Gemeindereferentin – und engagierten Laien die Gemeinde führen und leiten.

Altena und Nachrodt sollen „Projektgemeinden“ werden

Einen Nachteil fürchtet das Bistum wegen des Priesterabzugs in der Seelsorge aber nicht für die Pfarrei. Denn: Gemeinden ohne eigenen Pfarrer sind im Ruhr-Bistum bereits seit Jahren an vielen Orten die Regel. Altena und Nachrodt sollten deshalb künftig „Projektgemeinden“ werden, hatte Dr. Kai Reinhold im Dezember noch gegenüber Pfarrgemeinderats- und Kirchenvorstandsmitgliedern erklärt und das als neue und große Chance der künftigen Seelsorge bezeichnet.

Er bezog sich dabei auch auf Aussagen von Andrea Qualbrink, Referentin für Strategie und Entwicklung im Bistum, die die These aufgestellt hatte: „Indem wir die Leitungsaufgaben in unseren Pfarreien auf andere oder mehrere Schultern verteilen, sichern und stärken wir die Seelsorge.“

Grund für Versetzung weiter nicht bekannt

Nach wie vor gibt es kein offizielles Wort der Erklärung, warum der bald 65-jährige Seelsorger Ulrich Schmalenbach mitten im laufenden – und auch wesentlich von ihm mitgestalteten – Pfarrentwicklungsprozess Altena und Nachrodt verlässt. Sowohl der Kirchenvorstand als auch der Pfarrgemeinderat warten jetzt ab, wie das Bistum die Ehrenamtlichen mit in die neue Personalkonzeption einbindet. Immerhin hatte Reinhold kurz vor Weihnachten 2020 bei einer gemeinsamen Videokonferenz verbindlich versprochen, dass die Pfarrei und ihre Mitwirkenden vor Ort sowohl an der konkreten Stellenbeschreibung als auch an der Auswahl möglicher Bewerber beteiligt würden.

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